USA: Große Verlage schaffen oft nur noch Miniauflagen

Nach Einschätzung des US-amerikanischen Verlagsberaters Mike Shatzkin hat sich die wirtschaftliche Basis des Geschäfts maßgeblich verändert. Die Gewinne durch einzelne Megabestseller seien gestiegen, daneben seien Flops selbst für die großen Verlage aber inzwischen üblich geworden.

Der US-Berater, dessen Vater ab den 1940ern Verleger war, beschreibt die Situation vor einigen Jahrzehnten wiefolgt: Mit fast jedem Buch hätten größere Verlage zumindest die Kosten eingespielt oder einen kleinen Gewinn erzielt, Ausnahmen: Der Vorschuss oder die Höhe der ersten Auflage seien viel zu hoch ausgefallen. Alles in allem also eine sichere Bank, selbst bei Titeln am unteren Ende der Liste. 1500 bis 2000 Exemplare habe man von fast jedem Buch verkaufen können.

Heute dagegen klagten immer mehr größere Verlage darüber, dass der Absatz oft nur im niedrigen dreistelligen Bereich liege.

Shatzkins Erklärungen:

  • Konsolidierung der Handelslandschaft: Die Zahl der Entscheidungsträger im Handel sei durch viele Schließungen von Buchgeschäften und die Machtkonzentration radikal gesunken. Allein Amazon kontrolliere die Hälfte des Geschäfts; für Verlage seien nur rund 500 Indie-Händler signifikant, diese machten aber nicht mehr als 6 bis 8% des Geschäfts aus.
  • Extremes Spitzentitel-Marketing: Die Verlage konzentrierten sich selbst immer stärker auf einzelne Titel – was deren Chancen erhöhe, aber gleichzeitig unwahrscheinlicher mache, dass die anderen, kleineren Titel z.B. bei Barnes & Noble Aufmerksamkeit erzielten.

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Kommentare

1 Kommentar zu "USA: Große Verlage schaffen oft nur noch Miniauflagen"

  1. Würde die Entwicklung auch in Deutschland um sich greifen, dass Verlage sich ausschliesslich auf Goodseller fokussieren, wäre das aus meiner Sicht einen Gefahr für die Buchpreisbindung. Mit dem Wegfall breiter Verlagsprogramme, die durch die Bestseller querfinanziert werden, fiele nämlich ein wesentliches Argument für den Erhalt der Buchbreisbindung weg.

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