Selfpublishing-Markt ist seit 2010 »explodiert«

Selfpublishing-Markt ist seit 2010 »explodiert«

Der Selfpublishing-Markt wächst nicht nur hierzulande weiter rasant, dies gilt auch für die USA, wo die Buchbranche in vielen Bereichen traditionell einige Jahre voraus ist. Die jüngsten Zahlen von Bowker zeigen einen deutlich gestiegenen Novitätenausstoß – und geben Hinweise, warum sich Penguin Random House zum Jahresanfang vom Selfpublishing-Dienstleister Author Solutions getrennt hat.

Bowker-Studie SelfpublishingDie US-amerikanische ISBN-Agentur Bowker hat eine Studie veröffentlicht, nach der die Anzahl der neuen Titel von Selbstverlegern allein von 2014 auf 2015 um 21% auf 727.125 Titel (Print- und E-Book-Titel) stieg. Die Zahl bezieht sich, wie Publishing Perspectives ausführlich berichtet, allerdings nur auf die Bücher mit ISBN, nähme man die Selfpublishing-Titel ohne ISBN hinzu, fiele das Plus vermutlich höher aus. Weitere Einschränkung: Da Autoren mehrere ISBN für unterschiedliche Buchformate (Print, Epub-E-Book, Mobi-Ebook, Hörbuch, etc.) registrieren, dürfte die eigentliche Titel-Zahl niedriger ausfallen. Zum Vergleich: Die US-Verlage produzieren pro Jahr knapp mehr als 300.000 gedruckte Titel (Quelle: German Book Office, Frankfurter Buchmesse).

Mit Blick auf die 6-Jahres-Perspektive 2010 bis 2015 stellt Bowker ein „explosives Wachstum“ für den Selfpublishing-Sektor fest: Die Titel-Anzahl wuchs seitdem um 375%.

Darüberhinaus arbeitet Bowker in der Studie zwei (bekannte) Trends heraus:

  • Immer mehr Autoren setzten auf „hybrid“, veröffentlichten also auf eigene Faust und via Verlag.
  • Immer mehr Buchhändler und Bibliotheken setzen in ihren Sortimenten ebenfalls auf Selfpublishing.

Interessant ist auch die Verteilung der Novitäten auf diverse Selfpublishing-Dienstleister:

  • Bei gedruckten Büchern führte Amazons Create Space im vergangenen Jahr mit über 423.000 Titeln (+1086% seit 2010).
  • Bei E-Books hatte Smashwords mit über 97.000 Titeln 2015 die Nase vorne (+725% seit 2010). Warum Smashwords und nicht Amazons Kindle Direct Publishing? Bei KDP müssen die Autoren keine ISBN bestellen, das Gros der Selfpublisher veröffentlicht die Titel dort vermutlich ohne ISBN.

Bowker_2015_P&E

Und Author Solutions, der zu Anfang des Jahres 2016 durch Random House verkaufte Selfpublishing-Dienstleister? Dessen ISBN-Titelvolumen sank, inmitten des Selfpublishing-Booms, um 42% seit 2010 (E-Books: –67%, Print: –32%) – dies könnte der entscheidende Grund dafür gewesen sein, warum sich das Bertelsmann-Pearson-Joint Venture vom Unternehmen trennte.

Bowker_2015_AuthorSolutions

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