Ordnungsgemäße Wahrnehmung des Mandats nicht gegeben

Die Bastei-Lübbe-Aufsichtsräte Friedrich Wehrle, Michael Nelles und Gordian Hasselblatt legen mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 15. September ihr Amt nieder. „In den vergangenen Wochen hat der Aufsichtsrat den Eindruck gewonnen, dass die Voraussetzung für eine ordnungsgemäße Wahrnehmung des Mandats nicht mehr gegeben ist“, so der Aufsichtsratsvorsitzende Wehrle. „Im Sinne einer guten Corporate Governance sehen wir es daher als unsere Pflicht, unser Mandat in einem geregelten Prozess niederzulegen und den Aktionären die Möglichkeit zu geben, den Aufsichtsrat im Rahmen der anstehenden ordentlichen Hauptversammlung neu zu besetzen.“

Mitte Juli hatte die „WirtschaftsWoche“ dem Bastei-Lübbe-Vorstand „fragwürdige Deals und kreative Bilanzierung“ vorgeworfen und als einen zentralen Akteur des „Gewinne Aufhübschens“ Aufsichtsrat Michael Nelles benannt und Interessenskonflikte zwischen Nelles‘ operativer Beteiligung und seinem Aufsichtsratsmandat angedeutet (siehe mehr hier).

Nach dem WiWo“-Bericht war der Aktienkurs von gut 7 Euro auf unter 6 Euro eingebrochen, hatte sich danach aber wieder erholt. Die Bastei-Lübbe-Vorstände Thomas Schierack und Klaus Kluge sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Wehrle hatten demonstrativ (und mit direktem Kursgewinn) in Director’s Dealings Aktien und Anleihen für einen sechsstelligen Euro-Betrag erworben. Nach der Ankündigung der Mandatsniederlegung durch die Aufsichtsräte fiel der Aktienkurs von 6,60 auf 6,16 Euro (29.7.). Zur laufenden Kursentwicklung siehe hier.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Wehrle betont, dass der Rücktritt nicht mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Medienunternehmens zusammenhänge: „Bastei Lübbe ist und bleibt eines der erfolgreichsten deutschen Verlagshäuser. Die Geschäftsentwicklung des Unternehmens liegt weiterhin voll im Plan. Die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens vom traditionellen Verlag hin zum internationalen Medienunternehmen wird durch den Vorstand konsequent umgesetzt und von den Anteilseignern auf breiter Front unterstützt.“

Der scheidende Aufsichtsrat schlägt für die Neubesetzung drei Nachfolger vor:

  • Robert Stein (Senior Investment Advisor Rianta Capital Zurich AG und Managing Director Capnet)
  • Prof. Dr. Friedrich L. Ekey (Professor an der Rheinischen Fachhochschule in Köln Wirtschaftsrecht
  • Dr. Mirko Alexander Caspar (Managing Director Mister Spex).

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