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Die Zukunft des Jugendbuchs: Podiumsdiskussion bei Bastei Lübbe

Am Montag, den 18. April fand bei Bastei Lübbe zum ersten Mal eine Podiumsdiskussion zum Kinder- und Jugendbuch statt. Eine Buchhändlerin, eine YouTuberin sowie ein Psychologe und ein Redakteur des Jugendmagazins POPCORN diskutierten lebhaft über die Zukunft des klassischen Jugendbuchs.

Lesen Jugendliche überhaupt noch Bücher? Oder gibt es nur noch internetsüchtige „Smombies“ unter den Teenagern von heute? Wie kann man Jugendliche in der Zukunft zum Lesen motivieren? Diese Fragen stellen sich alle, die mit dem Jugendbuch in irgendeiner Art arbeiten. Und das nicht ohne Grund, wie Mathias Siebel, Gesamtleiter Kinder- und Jugendbuch bei Bastei Lübbe, erklärt: „Der Jugendbuchmarkt bietet ein ambivalentes Bild. Zum einen gibt es einige Bücher und Reihen, die Generationen von Kindern und Jugendlichen begeistern und sich millionenfach verkaufen, wie z.B. Gregs Tagebücher, zum anderen stagniert der Umsatz des Gesamtmarktes.“

Um eine Idee zu entwickeln, wie Jugendliche heute denken und wie man das Jugendbuch in Zukunft für seine Zielgruppe interessanter machen kann, fand im Foyer des Kölner Verlags eine Podiumsdiskussion zum Thema „Jugendbücher? Wozu eigentlich, wenn Jugendliche gar nicht lesen?!“ statt. Es wurden vier Experten zu dem Thema eingeladen. So trafen auf dem Podium die klassischen Printmedien in Vertretung durch Jürgen Winzer, Redakteur der Zeitschrift POPCORN, auf die neuen Medien, vertreten durch YouTuberin Sara Bow. Impressionen aus dem Buchhandel steuerte Katja Dahmen von der Buchhandlung Fischer in Jülich bei. Der Psychologe und Mitbegründer des rheingold Instituts, Stephan Grünewald, komplettierte die Runde, die von der Journalistin Margarete von Schwarzkopf moderiert wurde.

Die vier Teilnehmer der Diskussion hatten zwar alle einen unterschiedlichen Blickwinkel, konnten sich jedoch letztlich auf zwei Thesen einigen: Zum einen können Eltern maßgeblich ihre Kinder zum Lesen motivieren, indem sie ihnen nicht mit erhobenem, pädagogischen Zeigefinger Bücher aufdrängen, die sie selber für lesenswert halten, sondern sie sollen Kinder selbst entscheiden lassen – ob Comic oder Sachbuch, jedes Buch ist lesenswert. Zum anderen sollte die Buchbranche die zunehmende Digitalisierung als Chance sehen und versuchen, das Buch mit digitalen Medien zu verknüpfen und so interessanter zu machen – von der Vermarktung über das Internet bis hin zu Buchverfilmungen und dem Thema Digitalisierung im gedruckten Roman gibt es viele Möglichkeiten, wie das Buch seinen Nutzen aus der Digitalisierung ziehen kann.

Das Publikum, bestehend aus Presse, Bloggern, Buchhändlern, Lehrern, Verlagsmitarbeitern, Autoren, Übersetzern und vielen Interessierten aus Köln, zeigte sich von der Veranstaltung begeistert. Es waren viele Stimmen zu hören, die sich das Angebot einer Veranstaltung in der Art in Köln und Umgebung häufiger wünschen. „Wir können uns durchaus vorstellen, solche Diskussionsrunden in regelmäßigen Abständen zu veranstalten. Der Zuspruch vom Publikum und auch von den Referenten auf dem Podium zeigt uns, dass in Sachen Entwicklung des Kinder- und Jugendbuchmarktes durchaus Gesprächsbedarf besteht“, so Mathias Siebel.

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