Wir sind schnell und flexibel

Bei Piper Fahrenheit werden Novitäten und Zweitverwertungen verschiedener Genres veröffentlicht. Das Digitallabel setzt auf „Unterhaltungsliteratur für Vielleser“ und versammelt Titel etwa von Selfpublisherin Annie Stone, Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein und Krimi-Autorin Gemma O’Conner. Im Interview spricht die Digitalverantwortliche Kornelia Holzhausen (Foto: Piper) über das neue Label und warum sich eine E-first-Strategie lohnt. 
Welcher Pep fehlt Ihrem bisherigen, aus den Printtiteln abgeleiteten E-Book-Programm?

Es geht nicht um Würze, sondern um ein ganz anders gelagertes Angebot. Im Piper- Fahrenheit-Programm wollen wir auch originäre Inhalte als E-first produzieren und ausprobieren, was funktioniert und was nicht. Anders als beim klassischen Programm sind wir viel flexibler.

Inwiefern?
Wir sind weniger an einem Programmschema orientiert, sind schneller, nicht an den Rhythmus der Herbst- und Frühjahrsneuerscheinungen gebunden, können monatlich publizieren. Wir sind auch flexibler mit Blick auf Kooperationspartner oder technische Aspekte. So arbeiten wir erst einmal mit Open Publishing, einem anderen Auslieferungsdienstleister.
Das Startprogramm ist von 1,99 bis 6,99 Euro kalkuliert. Bauen Sie mit Fahrenheit unten an das Piper-Verlagsprogramm an?

Bei der Preisgestaltung haben wir kein Printpendant, an dem wir uns ausrichten können und müssen. Stattdessen orientieren wir uns am Markt und schauen, wie sich die Preise in den verschiedenen Genres entwickeln. Inhaltlich sind alle E-Books auf Piper-Niveau. Wir bringen einige Backlist-Titel neu heraus und auch die neu eingekauften Originalausgaben werden durchaus redigiert.

Sind die reinen E-Book-Programme anderer Verlage so ermutigend, um einzusteigen?
Ja, schon. Ich kann aber nur für uns sprechen: Uns geht es auch nicht darum, irgendetwas genauso oder anders zu machen als die Kollegen. Es ist ein Angebot für die Leser.
Die Zusammensetzung von Autoren und Genres im Startprogramm ist bunt gemischt. Wie lässt sich ein neues Programm so positionieren?
Unsere Zielgruppe lässt sich nicht mit Stichwörtern eingrenzen, wir wollen alle E-Book-Leser erreichen. Mit den Digitalausgaben unserer Printbücher haben wir schon ein erfolgreiches E-Book-Programm. Aus der Nachfrage ist ablesbar, was besonders gut digital funktioniert. Nach einer entsprechenden Marktanalyse haben wir dann entschieden, in welche Richtung Fahrenheit gehen soll.
Was kommt für Fahrenheit infrage?
Es gibt bereits unterschiedliche Ansätze, Digitalverlage auszubauen. Im Gegensatz zu anderen Verlagen verstehen wir uns aber nicht als literarisch experimentell. Für unsere Leser soll es gute Unterhaltungsliteratur aus verschiedenen Genres sein. Wir lassen uns aber durchaus immer wieder auf Außergewöhnliches ein, das womöglich auch Hinweise für das Printprogramm geben kann.

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