Verlage versagen bei digitaler Autorenvermarktung

In seinem Blog The Shatzkin Files kritisiert der US-Berater Mike Shatzkin das Online-Marketing der traditionellen Buchverlage: Deren größtes Manko sei, dass es ihnen nicht gelinge, ihren Autoren bei der digitalen Vermarktung Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Shatzkin empfiehlt, dass Verlagshäuser bei allen ihren Autoren zunächst einmal eine digitale Prüfung durchführen sollten. Dabei hebt er vor allem die Bedeutung von sogenannten Landing Pages hervor, das sind speziell eingerichtete Webseiten, auf die Internet-Nutzer weitergeleitet werden, wenn sie auf entsprechende Links auf Werbemitteln, Einträgen in Suchmaschinen wie Google oder Bing oder auf der Verlagshomepage klicken. Ein Irrtum der Verlage sei, dass sie glaubten, die Social-Media-Präsenz eines Autors reiche bereits aus und mache eine eigene Autoren-Webseite überflüssig. Zudem seien die meisten Internet-Seiten von Autoren unter den Standards, doch den Verlagen fehle das Know-how, um dies zu erkennen.

Die wichtigste Komponente zur Auffindbarkeit eines Autors im Internet sei nach wie vor die Suchfunktion, und entsprechend seien Autoren-Websites von entscheidender Beudeutung, damit Google einen Kontext erstellen könne. Shatzkin verweist auf den Nutzen von eigenen Autorenseiten im Internet: Sachbuch-Autoren könnten sich profilieren, indem sie ihre Kompetenz bei einem Themengebiet zeigten. Belletristik-Autoren mit mehreren Buchtiteln könnten Informationen für die Reihenfolge der Bücher oder Hintergrundgeschichten zu den Romanfiguren bieten.

Im Idealfall, so Shatzkin weiter, analysieren Buchverlage die Internet-Präsenzen ihrer Autoren und machen konkrete Verbesserungsvorschläge. Wenn ein Autor keine eigene Internet-Seite hat, sollte der Verlag eine einfache Platzhalter-Seite zur Verfügung stellen, die Anlaufpunkt für Fans ist, verlinkt werden kann und als endgültige Autorität bei Fakten zum Autor und seinen Büchern fungiert.
Nur durch die Kontrolle einer eigenen Internet-Seite kann ein Autor oder sein Verleger das mit Abstand wichtigste Instrument kontrollieren, mit dem man einen Autor über die Suchfunktion auffindbar macht: Landing-Pages, schreibt Shatzkin. Wenn man eine Landing-Page auf der Autoren-Website für jeden der am häufigsten gesuchten Begriffe optimiert, ließen sich das Leserinteresse und die Buchverkäufe deutlich steigern. Jeder, der etwas von Suchmaschinenoptimierung verstünde, wisse das. Daher sei das Versagen der großen Verlage, die Bedeutung von Landing-Pages zu erfassen, auch so verstörend. 

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