Einzelbuch-Miete plus Offline-Lektüre

Abomodelle für E-Books gibt es weltweit in vielen Facetten: von Spezialangeboten zu einzelnen Genres bis hin zu den Universalisten mit breitem Katalog (meist Backlist-Titel), von der üblichen monatlichen Bezahlung einer Pauschale (meist rund 10 Euro) bis hin zur kostenlosen, werbefinanzierten Lektüre. In diesem Wettbewerb sucht Readfy aus Düsseldorf mit einem „Pay-per-Rent“-Modell eine Alleinstellung.

Als „Weltneuheit“ stellt Readfy die Erweiterung des bisherigen Geschäftsmodells (Werbefinanzierung) vor: Zur Leipziger Buchmesse können Leser – ähnlich wie bei den Onleihe-Angeboten der Bibliotheken – Bücher für 30 Tage mieten, für einen vergleichsweise niedrigen Preis. Aktuell liegt die Spanne bei 0,99 bis 4,99 Euro pro Titel, somit laut Readfy 30 bis 70% unter den Verkaufspreisen. Anders als beim bisherigen Ansatz, bei dem eine Lektüre nur mit Internetverbindung möglich war, können die „Pay-per-Rent“-Bücher auch offline gelesen werden.
Man habe sich von den erfolgreichen „In-App-Purchase“- Angeboten der Games-Branche inspiriert lassen, erklärt Readfy. Bei Spielen, die z.B. für iPhones oder iPads heruntergeladen werden, ist das Spielen an sich oft kostenlos, für zusätzliche Features (weitere Charaktere, bessere Ausrüstung) müssen die Nutzer dagegen bezahlen. Eine Befragung von mehreren tausend Usern, so Readfy, habe ergeben, dass diese durchaus bereit seien, für Zusatzfunktionen in der Readfy-App zu zahlen, wie die Möglichkeit ohne Internetverbindung zu lesen oder sich nicht mit einem Abo zu binden.
Anders als bei der werbefinanzierten Lektüre, bei der die Abrechnung mit den Verlagen seitenweise erfolgt, erhalten die Verlage einen Anteil am Netto-Umsatz aus den „Pay-per-Rent“-Erlösen. Dies finde das Interesse der Verlage, so Readfy und verweist darauf, dass zum Start des Modells schon ein Großteil der 50.000 Titel für das neue Modell zur Verfügung stehe.
Das Grundmodell des kostenfreien Online-Lesens mit Werbebannern bleibe vom neuen Modell unberührt, denn „wir haben durch die beständig wachsenden Zahlen an gelesenen Seiten den Beweis, dass Werbung in E-Books absolut akzeptiert wird“, so Geschäftsführerin Miriam Behmer.
Finanziert wird das neue Geschäftsmodell durch das kürzlich eingeworbene Kapital. In einer weiteren Finanzierungsrunde hatte Readfy über 1 Mio Euro erhalten, Geldgeber sind der BLSW Fonds und die KfW.

Mehr zum Thema im Dossier von buchreport.de

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