Das Geschäft mit der Angst

Die Kultursendung „ttt ­– titel thesen temperamente“ (ARD) hat sich in ihrer Ausgabe am Sonntag den Kopp-Verlag genauer angesehen und sowohl Autoren des Verlags als auch Kritiker zu Wort kommen lassen. Entstanden ist ein kritisches Porträt über einen Verlag, der sich zwischen Ufo-Literatur und politischem Populismus bewegt.

„Klingt soweit fast lustig. Ein bisschen Verschwörung, ein bisschen krude Thesen. Doch dazu gesellt sich eins: Angst schüren“, heißt es recht früh in dem 6-minütigen Stück, das in der ARD-Mediathek abrufbar ist. „ttt“ geht darin der Frage nach, was die Leser mit Titeln wie „Deutschland vor dem Kollaps“ oder „Der direkte Weg in den Dritten Weltkrieg“ kauften und ob man den Autoren „wirklich jede These abkaufen“ könne.

Im Laufe des Beitrags kommt Kopp-Autor Peter Orzechowski zu Wort, Verleger Jochen Kopp, der den Verlag 1993 gegründet hat, hat sich ebenfalls geäußert, allerdings nicht vor der Kamera. Seine Botschaft: Er wolle keine Ängste schüren, den Meinungen und Sorgen derer eine Plattform bieten, die anderswo nicht gehört würden. Politikwissenschaftler Claus Leggewie hält dagegen: Solche Verlage befeuerten Ängste, die Bücher lieferten kein Rezept für die Zukunft. „Das ist ein Krisenbeschleuniger und kein Krisenretter.“

Kommentare

2 Kommentare zu "Das Geschäft mit der Angst"

  1. Man darf über Ihren Artikel schon etwas erstaunt sein, wenn Sie sagen, dass ein kritisches Porträt entstanden sei.
    Für diese Kategorie fehlt eindeutig eine notwendige Neutralität und Ausgewogenheit; stattdessen wird mit Zynismus nicht gespart und gezielt vielleicht etwas gewagte Thesen aus dem Zusammenhang herausgefiltert. Wer hier behauptet der Rottenburger Verlag würde
    Ängste schüren oder gezielt Geschäfte mit der Angst der Leute machen, wird der Sache nicht gerecht. Die genannten Bücher beschäftigen sich mit aktuellen Geschehnissen und Entwicklungen, von denen viele bereits von der Realität eingeholt worden sind. Wenn, von wem auch immer zum Experten ernannte Personen, zu Wort kommen und behaupten die Bücher des Verlags befeuerten Ängste und lieferten kein Rezept für die Zukunft, hat sich entweder nicht ausreichend mit der Thematik beschäftigt oder erzählt wissentlich etwas anderes.

  2. Buchbetreuerin | 7. März 2016 um 22:10 | Antworten

    Und warum ist das jetzt hier einer Meldung auf Buchreport wert? Selten genug, dass das Fernsehen mal über Buchverlage berichtet – und wenn, dann über einen, der wohl ein bisschen als „Außenseiter“ der Szene gilt. Ob der Verlag Ängte schürt, möchte ich mal dahin gestellt sein lassen. Der Verlag greift Ängste auf, die durch Gesellschaft und Politik bei vielen entstehen – inwieweit der einzelne Leser auf die Bücher mit Angst reagiert, ist seine Sache. Ein oberflächlicher Bericht von ttt – die haben wirklich schon Besseres gebracht. Sieht für mich nach öffentlich-rechtlicher Medien-Meinungs-„Stimmungsmache“ gegen den Kopp Verlag aus.

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