Verschmäht, verschoben, vergriffen

Zum neunten Mal verspricht der Journalist Gerhard Wisnewski in seinem kritischen Jahrbuch „Verheimlicht, vertuscht, vergessen“ die Aufdeckung der „wahren Zusammenhänge hinter der angeblich objektiven Berichterstattung“ deutscher Medien. Die Querelen, die der Veröffentlichung der diesjährigen Ausgabe vorausgingen, lassen sich nur am verspäteten Erscheinungstermin und einem anderen Verlagslogo auf dem Cover erkennen.

Der Verlag Droemer Knaur, der die Reihe 2008 ins Programm genommen hatte, kündigte Wisnewski wenige Wochen vor Drucklegung die Zusammenarbeit auf. Die Münchner weigerten sich, das Buch zu publizieren, selbst als Wisnewski vor Gericht zog. Dort trennte sich das einstige Team Mitte Dezember einvernehmlich.

Über die Hintergründe hat das Gericht beiden Seiten Stillschweigen verordnet. Wisnewski erklärte allerdings, Droemer Knaur habe Anstoß an seinen Äußerungen zur Flüchtlingskrise genommen.

Als neuer „Verheimlicht“-Verlag sprang kurzfristig Kopp ein, veröffentlichte den Band binnen weniger Wochen und reüssiert nun als höchster Neueinsteiger auf Platz 2 der Bestsellerliste Taschenbuch Sachbuch. Die 40.000 Bücher der ersten beiden Auflagen sind bereits vergriffen.

Ein erwartbarer Erfolg: Alle „Verheimlicht“-Titel erreichten die Top 15, die höchste Auflage lag bei 65.000 Exemplaren. Mit der Ausgabe für 2016 erreicht schon der fünfte Band in Folge die Top 3.

Das letzte gemeinsame Buch von Wisnewski und Knaur, die dritte Ausgabe seiner Reihe „Ungeklärt, unheimlich, unfassbar“, ist ebenfalls im Ranking vertreten. Der Titel belegt aktuell Platz 20. Auch die Rechte an diesem Band sollen allerdings bald (vermutlich noch in diesem Jahr) an den Autor zurückgegeben werden.

Kommentare

1 Kommentar zu "Verschmäht, verschoben, vergriffen"

  1. Was die Gründe für die Trennung zwischen Wisnewski und dem Knauer Verlag waren ist unbekannt, oder weiß das jemand ? Das Buch ist deshalb nicht weniger spannend. Der Autor lässt das Jahr 2015 nochmals Revue passieren; ein ereignisreiches Jahr, geprägt von Krisen, Konflikten, Terroranschlägen und Kriegen und nicht zuletzt natürlich dem Flüchtlings- bzw. Migrationsthema, das fast alles dominiert hat. Der Autor beschränkt sich jedoch nicht auf die reine Meldung selbst; in seiner Analyse geht er auf Ursachen, Hintergründe und Auswirkungen ein und verdeutlicht Zusammenhänge, wie man sie sonst vielleicht noch nicht gehört und gesehen hat.

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