Vom kurzen Weg zum Gipfel

Die Direttissima (hier die Webseite) am 22. April in München verspricht ein besonderer Kongress zu werden: jung, interdisziplinär, mutig. Der Ansatz: Medien-Branchen zusammenbringen und das Rüstzeug für den beruflichen Alltag zur Verfügung stellen. Mut beweisen auch die jungen Veranstalter Robert Goldschmidt (re.) und Felix Wegener (li.). Im Interview mit pubiz.de beleuchtet das Duo den Kongress, bei dem buchreport Medienpartner ist, und plädiert für einen entspannten Umgang mit den neuen Medien.

Robert Goldschmidt, Felix Wegener: vier Kunden, zwei Männer, eine Konferenz – ist es nicht ein bisschen verwegen, so früh so groß zu denken?

Robert Goldschmidt: Zumindest haben wir vier Kunden, die wir nennen können. Natürlich ist die Organisation einer Konferenz immer eine große Herausforderung. Gegenüber größeren Organisationen oder Unternehmen haben wir aber den Vorteil der kurzen und somit schnellen Kommunikation. Absprachen und Vereinbarungen laufen intern sehr unkompliziert. Neben dem zeitlichen Aspekt können wir an der Konferenz auch direkt unsere Kernkompetenzen (Marketing, Projektmanagement, Webdesign) anwenden. Natürlich stecken in großen Projekten auch größere Risiken. Für uns sind diese aber kalkulierbar und manchmal muss man Dinge auch einfach umsetzen. Gegenargumente gibt es schließlich immer.

Eine Direttissima ist ein Weg zum Gipfel, der Kraft und Mut mit eleganter Zielerreichung belohnt. Trägt der alpinistische Name eure Idee bis nördlich der Mainlinie, oder peilt ihr ausschließlich den süddeutschen Raum an?

Robert Goldschmidt: Wir haben keine geografische oder anderweitige Beschränkung bei den Teilnehmern. Wir richten uns zwar an die Verlags- und Medienbranche im deutschsprachigen Raum, aber die Themen der Referenten liefern sehr viele Ansatzpunkte für Interessierte aus anderen Branchen.

Wo rechnet ihr mit Kontroversen?

Robert Goldschmidt: In der Verlagsbranche haben sich Haltungen und Regeln etabliert, die aus langjährigen Erfahrungswerten und historischen Entwicklungen entstanden sind.  Die meisten sind auch wichtig und richtig, allerdings sollte man unsere Branche und den eigenen Habitus sowie deren Wirkung nach außen ab und zu überprüfen. Die Referenten aus anderen Branchen sind bewusst keine Kenner der Verlagswelt aber somit auch nicht „vorbelastet“. Da werden sicherlich auch mal Klischees aufeinandertreffen.

Ein Kongress funktioniert nur dann, wenn viele Besucher kommen, die der Veranstalter nicht persönlich kennt. Durch welche Leistungen möchtet ihr die überzeugen?

Felix Wegener: Zum einen sicher mit den klassischen Überraschungseffekt – wie oben bereits beschrieben sind wir nur zu zweit und fahren ein anderes Konzept als die meisten Veranstalter. Der Tellerrand-Blick wird immer wieder gerne propagiert, nur leider bleibt es oft bei einer Binnensicht – das heißt beim Austausch innerhalb einer Branche.

Ihr seid nicht die ersten, die dies sagen. Geht es konkreter?

Robert Goldschmidt: Zum einen wollen wir und die Referenten zeigen, was aktuell passiert, und weniger, welche zukünftigen Entwicklungen geplant sind, zum anderen werden keine Zahlen, Statistiken oder Diagramme präsentiert, sondern es wird über persönliche und berufliche Erfahrungen gesprochen. Es soll ein durchaus intimer und menschlicher Austausch stattfinden. Das hört sich jetzt ein wenig nach Selbstfindungsseminar an, aber beobachtet man andere Konferenzen, tauschen die Teilnehmern sich wesentlich emotionaler und nachhaltiger aus als bei den Vorträgen von der Bühne herab. Wir haben sehr bedacht die Referenten auch nach diesem Kriterium ausgewählt.

Wie könnt ihr sicher sein, dass ein relevanter Anteil der Verlags-Menschen den versprochenen „Gipfel der vollkommenen Digitalisierung“ überhaupt erreichen will?

Felix Wegener: Nun ja, hier muss man die Klammer etwas weiter aufbiegen. Mit „vollkommener Digitalisierung“ ist der klassische Tagesablauf und Rhythmus gemeint. Was machen wir denn zumeist, wenn wir morgens aufstehen? Das Handy oder Tablet liegt doch stets griffbereit. Wir wollen und müssen unseren Informationspegel für den Tag erstmal auf den neuesten Stand bringen, ob das mit dem digitalen Radio beim Kaffee passiert oder mit dem Handy auf dem Weg zur Arbeit oder in den Pausen im Arbeitsleben. Der „digitale Raum“ ist immer anwesend – man braucht nur die Tür aufzumachen und einzutreten.

Robert Goldschmidt: „Der Gipfel der vollkommen Digitalisierung“ bedeutet allerdings nicht, ein rein digitales Leben führen zu müssen, sondern einen souveränen, differenzierten und mündigen Umgang mit den Medien und Technologien zu pflegen. Leider diskutieren heute immer noch die Extrempositionen Totalverweigerer vs. Totalbefürworter gegeneinander. Solche Auseinandersetzungen nerven und bringen niemanden weiter. Die Digitalisierung ist da und umfasst weite Teile unseres Lebens. Es ist kein Hobby, das wir uns aussuchen. Daher muss sich ein jeder digitale Kompetenzen aneignen, um die Entwicklung mitbestimmen zu können. Vollkommene Digitalisierung bedeutet auch, alles zu können, aber nicht alles zu müssen.

Das komplette Interview lesen Sie auf pubiz.de.

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