Pro und contra E-Books in der Schule

Zeit der Bildungsmessen und –kongresse. Auf der in der vergangenen Woche zu Ende gegangenen Karlsruher Learntec stand das Lernen mit IT im Mittelpunkt, auf der großen Bildungsmesse Didacta (16.- bis 20. Februar in Köln) gehört das Thema des digitalen Schulbuchs zu den Standards.

Der Digitalverband Bitkom befeuert das Thema mit frischen Zahlen und hat 505 Lehrer der Sekundarstufe I zum Thema befragen lassen. Ergebnis:

  • 43% der Lehrern würden gerne im Unterricht E-Books einsetzen.
  • 4% der Lehrer geben an, dass an ihrer Schule E-Book-Reader zur Verfügung stehen.
  • 1% nutzt die Geräte im Unterricht.

Lehrer, die gerne E-Books nutzen würden, akzentuieren folgende Vorteile der digitalen Schulbücher:

  • Notizen oder Markierungen in die elektronischen Bücher einfügen
  • Zusatzfunktionen wie die Übersetzung von fremdsprachlichen Wörtern.
  • Schnelle und einfache Bezugsmöglichkeit neuer Leseinhalte über E-Books
  • Geringer Platz und geringeres Gewicht im Vergleich zu gedruckten Büchern.

In den Antworten aller Lehrer (also Befürworter und Skeptiker) werden als größte Hemmnisse für die Nutzung von E-Books im Unterricht die Angst vor Beschädigungen und die Kosten genannt:

  • Lesegeräte können leichter kaputt gehen als gedruckte Bücher.
  • Schul-E-Books bzw. die Lesegeräte seien zu teuer sind.
  • Es gebe zu viele verschiedene E-Book-Formate.

Jeder dritte Lehrer bemängele, dass Lehrmaterialien nicht als E-Book angeboten werden. Ähnlich viele beklagen, dass E-Books nicht wie gedruckte Bücher verliehen oder weitergegeben werden können. Jeder Fünfte hält die Bedienung der Geräte für zu kompliziert.

Bitkom-Vizepräsident Ulrich Dietz hat die aus Sicht der Industrie naheliegende Lösung, dass „jeder Schüler einen Tablet-Computer zur Verfügung gestellt bekommt, dann ist auch das komfortable Lesen von E-Books kein Problem mehr.“ Neu ist der Vorschlag nicht, sondern gehört zu den Initiativen, Schulen und Schüler flächendeckend mit aktueller Technik auszustatten.

Hier geht es zur Bitkom-Erklärung und hier zu Charts zur vernetzten Schule, die zur Learntec veröffentlicht wurden.

Kommentare

1 Kommentar zu "Pro und contra E-Books in der Schule"

  1. Es ist etwas verwunderlich, dass hier noch keine Stellungnahme
    von den Schulbuchverlagen bisher gekommen ist.
    Werden dann in naher Zukunft Schulbücher in gedruckter Form
    im Gebauch in den Schulen wegfallen und diese durch E-Books ersetzt?
    Übernehmen jetzt die Schulbuchverlage die Herstellung dieser E-Books?
    Da wird durch das Lernen total ganz demnächst umgewandelt?
    Es sollte auch einmal die Frage gestellt werden, ob dies die Eltern der Schüler und Schülerinnen so hinnehmen werden?
    Ich meine, dass auch um Unterricht an den Schulen das Buch in seiner haptischen Form (also in gedruckter sichtbarer Weise und in den Händen halten) vorhanden sein sollte?
    Was bald kommen wird, ist doch eine totale Überforderung der Kinder und Jugendlichen im Lernen.
    Das Lernen an sich sollte eigentlich etwas auch eine Freude bereiten können.
    Aber durch diesen angelegten Dauerstress im Unterricht ist dies dann zwischen den Lehrern und den Schülern langsam nicht mehr möglich.
    Den Herstellern von E-Books geht es in erster Linie um einen wachsenden Umsatz und die Erhöhung des Anteils der E-Books innerhalb der angebotenen Medien in Deutschland.
    Was auf der Bildungsmesse Didacta sicher nicht vermittelt wird, ist das Erlernen des richtigen Menschseins als Jugendlicher nach der Schule (als Erwacjhsener) im Umgang mit anderen Menschen, so z. B. im Alltag, im Berufsleben und in den Familien.
    Was nutzt es, wenn der junge Mensch im übertragenen Sinne an den Schulen usw. viel Wissen erreichen kann, aber der Umgang mit Menschen im Denken und Tun nicht eingeübt wird.
    E-Books und andere Dinge sind sozusagen technische Verbreiter von Wissen.
    Das Menschliche zu sehen und zu erkennen wird in den kommenden Jahren also in der Zwischenmenschlichkeit weniger.
    Und darauf kommt es doch auch an, dass trotz aller Technisierung der Mensch noch als Mensch angenommen und von den anderen Mitmenschen akzeptiert wird und dies auch dann noch, wenn er im technischen Verstehen der Zusammenhänge in seiner Umwelt eben nicht so fit ist.
    Die Technik und ihre Entwicklungen sollten als Hilfe für das Leben der Menschen angesehen werden. Und nicht dazu dienen, dass sich der Mensch dieser Technik ganz unterwerfen soll.
    Im Umgang mit den technischen Dingen in der Vielfalt unserer Medien sollte vor allem auch noch die Vernunft und der Verstand des einzelnen Menschen gesehen werden.
    Es ist da noch das drohende Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Menschen und der Technik zu erkennen.
    Der Mensch sollte als ein Individuum trotzdem noch selber bestimmen können, mit welcher medialer Technik er sich befassen will.
    Natürlich ist auch eine Anpassung des Menschen erforderlich.
    Aber trotzdem sollten die Grenzen der Machbarkeit auch im Blick der Vernunft und des eigenen Verstehens und Nachdenkens eingefordert werden.
    Wenn dies nicht mehr der Fall ist, wird der Mensch langsam in seinem Willen und im Denken manipulierbar.
    Und gerade dies sollten technische Erfindungen, so z. B. die Medien in ihrer Komplexität, nicht zulassen.
    Es wäre deshalb zu überlegen, ob nicht auch weiterhin E-Books und Bücher an den Schulen eingesetzt werden können.
    Medien also zusammen in einem Miteinander zu verwenden. Dies wäre eventuell besser, als eine nur einseitige Ausstattung der Schulen mit E-Books.
    Eltern und Schulen sind also weiterhin an der Erziehung iher Kinder auch in solchen Fragen der Medien gefragt und sollten sich dazu ihrer Verantwortung gegenüber Jugendlichen mehr bewusst sein.
    Bürokratische Hürden in der Verwaltung müssten da abgebaut werden, denn es geht da um die Erziehung und die Entwicklung von jungen Menschen.
    Und nur in einem Suchen von Gemeinsamkiten sind diese Fragen und anstehenden Probleme zu lösen.
    Es wäre deshalb ein gutes Zeichen, wenn nicht zuerst über den Profit und Erfolg von E-Books nachgedacht würde, sondern auch mit Vernunft im übertragenen Sinn, das Maß und Ziel in der Entwicklung der jungen Menschen beitragen könnte.
    H. Kraft

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