Die Musik spielt woanders

Nicht nur beinahe jeder Song findet sich im Internet. Immer mehr Musiker laden sich auch Notenblätter herunter und bringen damit Musikverlage in Bedrängnis. Die fremdeln mit den neuen Entwicklungen, wie das „Handelsblatt“ berichtet.

Mit einem Umsatz von 75 Mio Euro im Jahr 2014 ist der deutsche Musiknotenmarkt verhältnismäßig klein, Tendenz sinkend. Die meisten Unternehmen sind Kleinverlage mit einem Jahresumsatz von bis zu 50.000 Euro. Nur neun deutsche Musikverlage machen mehr als 10 Mio Euro Umsatz.

Besonders die Konkurrenz aus dem Netz macht dem Musiknotenmarkt, wie auch anderen Branchen, zu schaffen. Viele Noten werden illegal, einige aber auch legal umsonst angeboten. Das Urheberrecht für Noten läuft wie bei Büchern 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers ab. Viele Werke verstorbener Komponisten sind darum frei zugänglich.

Hinzu kommt das Sterben inhabergeführter, mittelständischer Musikalienhandlungen, deren Anteil pro Jahr um bis zu 10% sinke, wie Christiane Krautscheid, Sprecherin des deutschen Marktführers Schott Music, berichtet.

Nicht zuletzt hätten viele Musikverlage die Entwicklung verschlafen und keine eigenen digitalen Angebote geschaffen, meint Krautscheid. „Die Branche ist noch nicht so weit wie Literaturverlage mit E-Books. Nur wenige Musikverlage verkaufen schon digitale Produkte wie Noten zum Herunterladen.“

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