Auf zum digitalen Binnenmarkt

In Brüssel haben die EU-Kommissare Andrus Ansip und Günther Oettinger ihre mit Spannung erwarteten Pläne für eine Harmonisierung des Urheberrechts und des Onlinehandels vorgestellt. Der erste Blick auf die präsentierten Vorhaben zeigt: Das Hauptaugenmerk der Kommissare liegt auf Filmen, Musik und Spielen. Aber auch die Buchbranche wird von den Planungen betroffen sein, u.a. von neuen Regeln für den Online-Handel.

So wollen Ansip und Oettinger für den Onlinehandel einfachere Regeln schaffen und die Rechte der Verbraucher stärken. Die geplanten Änderungen betreffen etwa beim Handel mit digitalen Inhalten die Haftung des Lieferanten für Mängel, die Umkehr der Beweislast bei mangelhaften digitalen Inhalten und Diensten, die Beendigung langfristiger Verträge sowie die Nutzung der Kundendaten.

Auch auf dem Gebiet des Urheberrechts wollen die Kommissare nationale Unterschiede abbauen. Oettinger kündigte an, die Kommission werde „an wichtigen EU-weiten Ausnahmen vom Urheberrecht“ arbeiten, die „unter bestimmten Voraussetzungen die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke ohne vorherige Genehmigung der Rechteinhaber“ erlauben. Dadurch solle der Bildungssektor gestärkt werden.

Als weiteres Ziel nannte Oettinger, „vergriffenen Werken zu einem neuen Leben zu verhelfen“. Außerdem will der Kommissar die Online-Piraterie europaweit bekämpfen: „Die EU-Kommission wird im kommenden Jahr an einem europäischen Rahmen arbeiten, der den Finanzströmen folgt und diese für Unternehmen austrocknet, die mit Piraterie Geld machen (,Follow-the-Money‘)“, heißt es in einer Mitteilung der Kommission. „Darin wird sie alle einschlägigen Partner (Rechteinhaber, Werbung, Zahlungsdienstleister, Verbraucherverbände u.a.) einbeziehen, mit denen bis zum Frühjahr 2016 Einigung erzielt werden soll.“

Kommentare

1 Kommentar zu "Auf zum digitalen Binnenmarkt"

  1. Einige der Seiten sind kostenlos oder nehmen Amazon-Geschenkgutscheine an. Wie sollen da obige Massnahmen helfen.
    Nerven und Links runternehmen das würde was bringen.
    Eigene Angebote verbessern, sowohl monitär wie auch von der Nutzbarkeit her, Abgrenzung durch Offlineangebote welche sich digital schlecht kopieren lassen, Respektierung der Privatsphäre und Hybridangebote wären auch nicht schlecht.
    Bessere Kundenbindung durch Fanangebote usw usw.
    Eine bessere Spreizung der Angebote im preislichen Bereich, so das teuer und edel gleichzeitig zu Paperback zuhaben ist. Die einkommensschwachen Haushalte sind dank der neoliberalen Wirtschaftspolitik auf dem Vormarsch.
    Dieselben wollen aber nicht drei Jahre warten bis sie sich den neusten Film oder das neue Buch leisten können. Daraus folgt, Gelegenheit und Konsumkonditionierung macht Diebe.
    Keine Ahnung ob die Verlage noch in der Lage sind Neuerungen zu stemmen. Sollte dies nicht der Fall sein bleibt nur der Weg der Auslese. Neue Gesetze werden kaum Auswirkungen auf das Kundenverhalten haben. Sollten selbige wieder Erwarten doch greifen werden vermutlich eher Anwälte als Verlage davon profitieren.
    Denn Autoren kann man eher raten die Verlage zu meiden oder selber einen zu gründen damit sie flexibel auf Markterforderungen und Kundenwünsche reagieren können.

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