100 Jahre Dada Zürich zwischen Wahn und Sinn

Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte in ganz Europa Krieg. Zürich bot unterschiedlichsten Menschen Zuflucht, darunter auch vielen Intellektuellen und Künstlern. Im Frühjahr 1916 fanden sich in der Limmatstadt Hugo Ball, Emmy Hennings, Sophie Taeuber, Tristan Tzara, Marcel Janco und Richard Huelsenbeck zur Kunstbewegung Dada zusammen. Alle waren sie gegen den Weltkrieg, gegen Hierarchien, gegen die klassischen bürgerlichen Werte; Unvernunft und Magie proklamierten sie zu ihren höchsten Gütern. Ausgedrückt haben sie dies in Manifesten, in Laut- und Simultangedichten, später in eindrücklichen Collagen, Plastiken und Gemälden. Dank spektakulärer Aktionen wurde Dada bald zur internationalen Bewegung mit Ablegern in Paris, Berlin, Hannover und New York.

Ihre ersten Aktionen fanden im heute wieder eröffneten „Cabaret Voltaire“ statt, das am 5. Februar 1916 von Hugo Ball und Emmy Hennings gegründet wurde. 100 Jahre später befindet sich ganz Zürich im Dada-Fieber: Performances, Führungen, Konzerte und Ausstellungen laden 2016 zur Auseinandersetzung mit Dada ein. Dada-Begeisterte können sich an historischen Orten auf die Spuren der Dadaisten begeben.

Im Cabaret Voltaire (cabaretvoltaire.ch) werden vom 5. Februar bis 18. Juli 2016 rund 165 DadaistInnen an 165 Feiertagen gewürdigt. Am 5. Februar eröffnet die Ausstellung „Obsession Dada“, und am 22. Februar können die Zuschauer bei der Verlesung des Eröffnungs-Manifests von Hugo Ball einen historischen Moment nacherleben. Mit dem neuen Stadtplan „Dada Stadt Zürich“ und der „School of Dada“ für Teenager erkunden Besucher aller Altersgruppen Zürich auf den Spuren der Dadaisten.

Die Wechselausstellung „Dadaglobe Reconstructed“ im Kunsthaus Zürich (kunsthaus.ch) vom 5. Februar bis 1. Mai 2016 versammelt in einem Buchprojekt über zweihundert Kunstwerke und Texte, welche dem Dadaisten Tristan Tzara 1921 von Künstlern aus ganz Europa zugeschickt wurden.

Das Landesmuseum Zürich (nationalmuseum.ch/landesmuseum) zeigt mit „Dada Universal“ vom 5. Februar bis 28. März nicht nur Dada-Werke, sondern auch die universale Ausstrahlung der Bewegung bis heute. Im Zentrum steht das legendäre Urinoir von Marcel Duchamp.

Das Museum Haus Konstruktiv (hauskonstruktiv.ch) beleuchtet vom 25. Februar bis 8. Mai 2016 das dadaistische Erbe aus weiblicher Perspektive. Neben den zeitgenössischen Künstlerinnen Ulla von Brandenburg und Sadie Murdoch sind alte Werke von Sophie Taeuber-Arp, Hannah Höch und Elsa von Freytag-Loringhoven in „Dada anders“ zu sehen.

Am 13. Mai lädt das seit 2006 bestehende Festival „Zürich tanzt!“ (zuerichtanzt.ch) am Hauptbahnhof zu „Dada tanzt!“ ein. Und wer noch mehr vom dadaistischen „Dazwischen“ will, lässt sich vom 3. bis 26. Juni von den Zürcher Festspielen (festspiele-zuerich.ch) zu „Wahnsinn und Unsinn“ verführen.

Den krönenden Abschluss bildet die europäische Kunstbiennale „Manifesta 11“ vom 11. Juni bis 18. September. Ganz in der Tradition von Dada regt Kurator Christian Jankowski unter dem Titel „What people do for money“ die Diskussion über die Wirkung von Kunst auf die Gesellschaft an.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen rund um das Dada-Jubiläum sind unter www.dada100zuerich2016.ch nachzulesen.

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