Wo bleibt das Negative?

„Die Kulturmagazine des Fernsehens sind zu Dauerwerbesendungen für neue Bücher, Filme und Ausstellungen geworden“, leitet Martin Doerry seine TV-Kritik im aktuellen SPIEGEL ein.
Ob „Titel, Thesen, Temperamente“ (ttt, ARD), „Aspekte“ (ZDF) oder „Druckfrisch“ (ARD) – die Aushängeschilder der Kulturindustrie würden fast alles rücksichtslos loben und ließen damit einige Fragen offen, wie zum Beispiel: „Und wo bleibt das Negative?“ Eine wahre Auseinandersetzung mit den Produkten der Kulturindustrie finde schon lange nicht mehr statt, meint Doerry.
So werde etwa die eher negative Feuilleton-Kritik zu Péter Gárdos‘ neuem Roman „Fieber am Morgen“ (Hoffmann & Campe) bei „ttt“ völlig ausgeblendet und dem Autor eine Bühne geboten, um sein Werk selbst zu preisen. Gespräche würden ehrfürchtig in gebückter Haltung geführt.
Auch „Aspekte“ käme aus dem Jubeln nicht mehr heraus, Denis Scheck stelle in „Druckfrisch“ grundsätzlich nur Bücher vor, die er toll finde. Nur die Massenware der SPIEGEL-Bestsellerliste würde am Ende mit dem Säbel zerlegt.
Die Gründe für die Lobhudelei liegen laut Doerry in der Nähe der Fernsehmacher zu ihren Objekten und im Quotenkampf, der Irrelevantes verbiete. „Wenn alles so wichtig ist, ist man es – hoffentlich – selbst auch.“

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