Exklusives fürs E-Book

Auf dem stagnierenden E-Book-Markt haben sich E-Onlys als Publikationsform etabliert: Neben reinen Digitalprogrammen wie Hanser Box und S. Fischer DigiBook haben andere Verlage wie z.B. dtv und Egmont solche digitalen Exklusivformate in ihr E-Book-Programm integriert. Thematisch reicht die Spannbreite von Kurzgeschichten über Debatten-Beiträge bis zu Romanen, vom politischen Essay über die Fantasy-Erzählung bis zur Liebesgeschichte. buchreport hat Verlage gefragt, was für E-Only-Angebote im Buchbereich spricht:

„Es gibt verschiedene Gründe, warum sich Verlage mit dem Thema E-Only beschäftigen sollten. Da ist zunächst ganz simpel die ganz wesentliche Lernkurve, die ein Verlag mit seinen Mitarbeitern macht, wenn er sich mit Programm-, Marketing-, Vertriebs- und Produktionsfragen beschäftigt, die eine reine E-Only-Produktion mit sich bringt. Sehr schnell wird dabei klar werden, dass klassische Verlagsworkflows dafür nicht tragen und neue Wege eines Lean-Publishing-Verfahrens entwickelt werden müssen. Zudem hielte ich es für sträflich, wenn ein Verlag ein komplettes, sich neu entwickelndes Marktsegment gar nicht wahrnimmt und bedient. Es wird in der Zukunft immer mehr rein digitale Leserschaften geben, die vielleicht mit anderen Produkten bedient werden müssen. E-Only ist eine Möglichkeit, mit diesen Leserschaften in Kontakt zu bleiben.“

Michael Döschner-Apostolidis, Leiter Digitales Publizieren, Droemer Knaur

„E-Only-Angebote eignen sich immer wunderbar dazu, Themen abseits des Mainstreams aufzugreifen und sind eine tolle Ergänzung für Verlagsprogramme, die sich an klassische Vielleser richten. Man kann flexibel auf neue Trends am Horizont reagieren und so als First Mover die Entwicklung des Marktes mitbestimmen.“

Katharina Schmidt, Redakteurin Lyx-/Ink, Egmont Verlagsgesellschaften


„Kurze Formate und schnell konsumierbare Texte lassen sich im digitalen Programm einfach schneller und leichter realisieren. Diese Möglichkeit wollen wir aktiv nutzen. Aktuelle Themenanlässe besonders im Sachbuchbereich und reportagenartige Texte bieten sich hier besonders an. E-Only ist mit Sicherheit vor allem auch ein verlegerisches Testfeld, das wir bewusst bespielen wollen.“

Lena Däuker, Lektorin, Hanser Verlag


„Das Lese-, aber insbesondere auch das Kommunikationsverhalten von Jugendlichen wandelt sich stark, es verschiebt sich verstärkt hin zu sozialen Netzwerken und allgemein der Nutzung von Internet auf Geräten wie Smartphone oder Tablet. Texte auf mobilen Endgeräten unabhängig vom Ort lesen zu können, trägt dieser Veränderung unmittelbar Rechnung. E-Book-Only-Titel stellen eine attraktive Ergänzung zum gedruckten Buch dar, besonders wenn sie multimedial angereichert werden und somit über das reine (Print)Leseerlebnis hinausgehen oder wenn sie in puncto Textlänge und Veröffentlichungsrhythmus neue Wege gehen. Besonders gut kommen E-Book-Only-Texte augenscheinlich bei Jugendlichen – ganz ähnlich übrigens wie in der Belletristik – in klassischen Genres wie Fantasy, Spannung und Liebe an.“

Katrin Weller, Programmleitung Oetinger34


„Da E-Onlys auch durchaus kürzer sein können, bietet sich für Verlage die Möglichkeit, Inhalte, die für Print-Bücher zu kurz sind, trotzdem digital anbieten zu können. Zielgruppen, die sich bei den Print-Angeboten selten gut vertreten fühlen, können im E-Only-Programm besser bedient werden. Ich denke da an Titel für entweder ganz spitze Zielgruppen, die in ihren Communitys ‚leben‘ und austauschen, z.B. Fantasy, oder auch an Vielleser, die ihre Grundbedürfnisse an bestimmte Literatur erfüllt haben möchten, etwa Young Adult, Liebe, historische Romane.“

Carmen Udina, Verkaufsleitung dtv digital


„Für den Science- Fiction-Bereich eignen sich diese Formate sicherlich, da die Zielgruppe digital sehr affin ist, und uns gibt es die Möglichkeit, wichtige und lange vergriffene Bücher wieder lieferbar und damit leicht zugänglich zu machen. Hier hilft uns das Portal Diezukunft.de, wo wir E-Onlys redaktionell begleiten und auch Nichtkennern neu schmackhaft machen können. Ein relativ klar abgrenzbares Genre wie bei uns die Science-Fiction ist dabei ein großes Plus.“

Sebastian Pirling, Lektor und Herausgeber von Diezukunft.de (Heyne)

„Es ist weniger eine Frage der Genres, eher eine Frage der Ideen, die Autoren entwickeln. Es gibt Texte, die faszinierend sind und unbedingt publiziert werden sollten, aber eindeutig zu kurz für ein Buch sind. Andere Texte erfordern durch die Aktualität eine ganz rasche Produktionsweise. Die DigiBooks sind beides: Einerseits ?Experimentierfeld und Plattform für die Ideen der Autoren, andererseits aber auch ein reales Projekt im realen Markt, bei dem wir anwenden können, was wir inzwischen wissen. Zum Beispiel, dass es sehr günstig ist, E-Onlys einer Autorin, eines Autors in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu einem Erscheinen eines Buchs zu publizieren. Das erhöht auch die E-Only-Zahlen deutlich.“

Martin Spieles, Leiter Kommunikation S. Fischer Verlage

Den vollständigen Beitrag über die E-Only-Aktivitäten der Buchverlage lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von buchreport.express (Heft 47/2015), die Sie hier bestellen können.


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