Erstens Internet, zweitens Internet, drittens Internet

Wandlungsfähigkeit muss oberstes Ziel jedes Unternehmens sein. Doch wie hält man einen Konzern flexibel? Kai Anderson und Jane Uhlig widmen sich in ihrem Buch „Das agile Unternehmen – Wie Organisationen sich neu erfinden“ (Campus Verlag) diesen Fragen aus der Perspektive von 30 Topmanagern. pubiz.de bringt einen Auszug aus dem Buch: das Interview mit Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, über den Weg zu einem der führenden digitalen Verlage Europas, interne Widerstände, Change Management, Fehlerkultur sowie Besessenheit und Leidenschaft.

Mathias Döpfner (Foto: Axel Springer)

Kai Anderson, Jane Uhlig: „Das agile Unternehmen – Wie Organisationen sich neu erfinden“, 281 Seiten, 49 Euro, ISBN 978-3-593-50455-1, Campus Verlag, Opens external link in new windowhier weitere Infos

Der Campus Verlag und pubiz.de verlosen 3 Exemplare des Buchs. Senden Sie bis zum 30. November 2015 eine E-Mail an Opens window for sending emailinfo@pubiz.de inklusive Ihrer vollständigen Postadresse und Sie können gewinnen*. Viel Glück!

* Jeder Teilnehmer kann pro Gewinnspiel nur einmal teilnehmen. Teilnahmeberechtigt sind nur Personen, die sich persönlich an dem Gewinnspiel beteiligen, d.h. die Teilnahme über einen gewerblichen Anbieter zur Teilnahme an Gewinnspielen wird hiermit ausgeschlossen. Eine Bar­auszahlung der Preise ist nicht möglich. Mitarbeiter der Harenberg Kommunikation und deren Angehörige können nicht teilnehmen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

Anderson: Viele Verlage haben die Herausforderungen im Internetzeitalter erst spät erkannt. Sie haben die Digitalisierung eigentlich von Anfang an als Chance verstanden und es geschafft, Axel Springer zu einem führenden digitalen Verlag in Europa zu machen. Wie ist Ihnen das gelungen?

Döpfner: Für mich waren die Chancen der Digitalisierung von Anfang an sehr naheliegend. Ende der 90er-Jahre habe ich als Chefredakteur der Welt einen Kommentar geschrieben. Der Tenor lautete: Es gibt für Medienunternehmen eigentlich nur drei Prioritäten: erstens Internet, zweitens Internet, drittens Internet. Es war damals schon seit einigen Jahren erkennbar, dass sich ein dramatischer Wandel ereignet. Wenn man sich diesen mit gesundem Menschenverstand angesehen hat – nicht vernebelt durch die eigenen Wünsche –, konnte man erkennen, dass neue Vertriebswege und neue Lesemöglichkeiten entstehen. Und dass sich daraus eine Menge Vorteile gegenüber den Printprodukten ergeben und sich unsere Branche und wahrscheinlich unsere ganze Gesellschaft verändern werden. Diese Erkenntnis kam zuerst. Das Zweite war, die Konsequenz daraus zu ziehen. Nicht zu versuchen, den Fortschritt oder die Veränderung zu verhindern und Schutzwälle zu errichten, sondern diese Entwicklung zum Vorteil des Unternehmens zu nutzen und sie mitzugestalten. Dass man nicht immer genau wusste, wie etwas werden würde, ist auch klar. Es gibt in diesem Zusammenhang ja auch das schöne Zitat von Peter Drucker, dem Management-Guru und Lehrer, der geschrieben hat: »The best way to predict the future is to create it.«
Uhlig: Haben Sie im Laufe dieser Entwicklung auch auf Studien und Umfragen zurückgegriffen oder haben Sie sich auf Ihr Bauchgefühl verlassen?
Döpfner: Es kann gefährlich sein, sich auf Studien zu verlassen. Die eine Studie sagt, Zeitungen werden immer leben. Die andere Studie sagt, bald werden sie ganz weg sein. Wie Studien sich irren können, zeigt ein konkretes Beispiel. Als wir die euphorischsten Annahmen zur Entwicklung der Werbeerlöse im Internetzeitalter vor zehn Jahren in der Vorstandssitzung diskutiert haben, war allen klar: Dieses Szenario ist bestimmt viel zu optimistisch. Und was kommt heraus? Die Annahmen waren viel zu vorsichtig. Die Veränderungen sind noch viel gravierender ausgefallen, die Volumina der Werbeerlöse sind heute noch viel größer als damals prognostiziert. Ich setze viel auf den gesunden Menschenverstand, auf schonungslose Ist-Beobachtung. Um daraus abzuleiten, wie sich die Dinge entwickeln werden. Und noch einmal: Ich halte es nicht für einen Verdienst, das erkannt zu haben. Das konnte jeder sehen.

Das komplette Interview lese Sie auf pubiz.de

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