Flächendeckend falsch zitiert

Akif Pirinçci wehrt sich erfolgreich gegen deutsche Medien: Nachdem der Autor insgesamt rund 30 Medienhäuser verklagt hat, die falsch und irreführend über seine umstrittene Pegida-Rede berichtet hatten, folgen jetzt Widerrufe und Richtigstellungen von zahlreichen Zeitungen, Magazinen und TV-Sendern.

Über seinen Anwalt Joachim Steinhöfel geht Pirinçci vor allem gegen die Unterstellung vor, er habe für die Wiedereröffnung von Konzentrationslagern plädiert, obwohl das Gegenteil der Fall war (buchreport berichtete). Vielmehr hatte Pirinçci ironisch Sorge geäußert, dass sie wieder eröffnet werden könnten, und zwar gegen Kritiker der Flüchtlingspolitik.

Der schlimmste Vorwurf, der einem Menschen in der Bundesrepublik Deutschland gemacht werden kann, ist der Vorwurf, Befürworter des Zivilisationsbruchs der Shoa zu sein und dazu aufzurufen, diesen gegenüber den Flüchtlingen zu wiederholen“, kommentiert Steinhöfel, der ankündigt, dass Pirinçci seine Unterlassungs- und Schmerzensgeldansprüche konsequent durchsetzen und die rufschädigenden Äußerungen verbieten lassen“ werde.

Bisher haben laut den Anwälten bereits das ZDF, die Südwest Presse und das Schwäbische Tagblatt“ Unterlassungserklärungen unterzeichnet, berichtet die Welt. Der NDR hat seine Berichterstattung korrigiert und um Entschuldigung gebeten. Kieler NachrichtenHannoversche Allgemeine und Spiegel-Online haben Widerrufe und Richtigstellungen veröffentlicht.

Der Medienjournalist Stefan Niggemeier hat in seinem Blog die „fast flächendeckend irreführende oder falsche Berichterstattung über Pirinçcis Worte in Dresden“ dokumentiert (darunter alle wichtigen Leitmedien von Tagesschau über SPIEGEL-Online bis „Zeit“) und als „Versagen“ und „Armutszeugnis  für die deutsche Medienlandschaft“ bezeichnet, das Nahrung liefere für die „Lügenpresse“-Vorwürfe.

Kommentare

1 Kommentar zu "Flächendeckend falsch zitiert"

  1. Und liefert der Buchhhandel dann auch wieder Pirinçci? War die Indizierung gar (nur) ein vorauseilender Gehorsam? (Der die Frage nach der Weltoffenheit des (deutschen) Buchhhandels und der Meinungsfreiheit aber weiterhin stellt.)

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