Athesia kauft KV&H

Dass Cornelsen den Markt für die Tochter KV&H sondiert, hat buchreport bereits im Juni gemeldet. Jetzt ist der Berliner Bildungsriese fündig geworden: Das Unternehmen trennt sich im letzten Schritt der strategischen Fokussierung auf den Bildungsmarkt vom Kalendergeschäft und gibt den deutschen Kalender-Marktführer an das Südtiroler Traditionsunternehmen Athesia ab. Der Kalender-Selfpublishing-Dienstleister Calvendo bleibt vorerst im Portfolio von Cornelsen.

Die Details des Deals, der jetzt in trockene Tücher gebracht wurde:

  • Unternehmenssitz der  KV&H Kalender GmbH, die mit den Marken Heye, Weingarten und Harenberg am Markt vertreten ist, bleibt Unterhaching (München).
  • Auch der Unternehmensstandort Dortmund, an dem die Harenberg-Kalender entwickelt werden, bleibt erhalten. Unverändert bleibt auch die Vertriebsstruktur des Kalendermarktführers, Auslieferungspartner von KV&H bleibt die Cornelsen-Tochter CVK.
  • Marion Winkenbach scheidet nach dem Verkauf aus der Geschäftsführung des Unternehmens aus und wird sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen. Alleingeschäftsführer der KV&H ist ab sofort Jürgen Horbach.

Die Athesia Gruppe mit Sitz in Bozen beschäftigt  in Südtirol, Italien, Österreich und Deutschland über 1000 Mitarbeiter. Zum Südtiroler Medienunternehmen gehören u.a. die Tageszeitung „Dolomiten, Buch- und Papierhandlungen sowie Tourismus-Unternehmen. Weiter hält das Unternehmen Beteiligungen u.a. im IT- und Energiebereich.

Konzentration auf den Schulbuchmarkt und den digitalen Bereich: In den letzten Jahren hat Cornelsen einen Restrukturierungsprozess durchlaufen, dessen Ende 2014 proklamiert wurde. Das Geschäftsfeld Nachhilfe wurde 2012 an Aurelius veräußert, das Kinder- und Jugendbuch ging im Januar 2013 an S. Fischer. An De Gruyter wurden die Wissenschaftsverlage
Oldenbourg und Akademie Verlag abgegeben. Im April 2014 erfolgte erneut ein Handschlag mit Aurelius. Die Münchner erwarben auch die Fernstudien- und Weiterbildungsaktivitäten.

Dass der Strukturwandel auch dem Kalendergeschäft zusetzt, hat Anfang des Jahres der Verkauf der Kalendersparte von teNeues an die Kieler Neumann-Gruppe gezeigt. Mit einem kumulierten Gesamtumsatz von 27 Mio Euro wurde Neumann durch die Übernahme zum zweitgrößten Player auf dem Feld der Handelskalender. Im Ranking der Kalender-Anbieter liegt KV&H mit einem geschätzten Umsatz von 36 Mio Euro an der Spitze. Offiziell bestätigt wird diese Zahl allerdings nicht.

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