Katzenkrimis gestrichen

Der deutsch-türkische Autor Akif Pirinçci war am Montag Hauptredner auf der Pegida-Kundgebung in Dresden und hatte SPIEGEL ONLINE zufolge 25 Minuten lang „vulgär und voller Hass“ geredet: „Die Politiker seien ,Gauleiter gegen das eigene Volk‘, die eine ,Umvolkung‘ in Deutschland betrieben.“

Pirinçci setzte sich u.a. auch mit der Äußerung des CDU-Regierungspräsidenten von Kassel auseinander, der Kritikern der Asylpolitik die Ausreise empfohlen hatte und polemisierte: „Es gäbe natürlich andere Alternativen. Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.“ Allerdings plädierte er damit offenbar nicht für die Wiedereröffnung von Konzentrationslagern (wie einige Medien wie etwa Focus-Online berichten), vielmehr war die Bemerkung wohl als Zuspitzung der Ausreiseempfehlung des CDU-Politikers gemeint, was den Gesamtauftritt aber nicht wesentlich hebt.

Random House distanziert sich jedenfalls in einer Erklärung von den Äußerungen seines Autors: „Der Schutz von Demokratie und Menschenrechten ist für uns ein zentraler Bestandteil unseres verlegerischen Schaffens, ebenso wie der Respekt vor Traditionen und dem Wunsch nach kultureller Vielfalt. Die Aussagen von Akif Pirinçci stehen diesen Werten diametral entgegen.“

Die bei den Random House-Marken Diana, Goldmann und Heyne verlegten Bücher von Pirinçci seien umgehend gesperrt worden und würden nicht mehr angeboten. Der Autor hatte sich belletristisch einen Namen mit Katzenkrimis gemacht. Nennenswerte Stückzahlen wurden zuletzt allerdings nach Daten von Media Control nur noch von dem Titel „Göttergleich“ (Heyne) verkauft.

Größere Nachfrage hatte der Autor zuletzt mit „Deutschland von Sinnen“ erzeugt, das im Manuscriptum Verlag erschienen ist und 2014 an Rang 24 der meistverkauften Hardcover-Sachbücher stand. Der aktuelle Dresdner Auftritt knüpft an das Pamphlet (Untertitel: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer“) an.

Kommentare

1 Kommentar zu "Katzenkrimis gestrichen"

  1. Das ist die einzig richtige Entscheidung.
    Random House darf sich nicht vorwerfen lassen, mit so einem Autor weiter Geld zu verdienen.
    Allerdings dürfte es einem großen Verlagshaus wie Random House auch leichter fallen, so eine Entscheidung zu treffen, als bspw. dem Manuscriptum Verlag – rein von den finanziellen Auswirkungen her.

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