Weniger Leser, mehr Buchkäufer

George Redgrave, Flickr, CC BY-ND 2.0

Das Buch behauptet sich in der Medienkonkurrenz, so das Fazit des Börsenvereins zu seiner aktuellen GfK-Studie „Buchkäufer und -leser 2015“. Zwar sind die Leserzahlen insgesamt gesunken, dafür ist der Anteil der Buchkäufer leicht gestiegen. Wichtigste Anlaufstelle für Bücher ist der stationäre Handel. 

Die von der GfK SE und dem SINUS-Institut ermittelten Studienergebnisse im Überblick:

  • 59% der Deutschen kaufen Bücher, 83% der Deutschen lesen. Damit ist die Zahl der Buchleser im Vergleich zu 2008 zurückgegangen: Vor sieben Jahren lag der Anteil der Buchleser bei 90%, der der Buchkäufer dafür bei 57%.

Vor allem die Frauen greifen gerne zum Buch

  • Nach wie vor sind es vor allem die Frauen, die gerne zum Buch greifen: 54% der Männer, aber knapp zwei Drittel der Frauen (63%) haben im vergangenen Jahr mindestens ein Buch gekauft. 
  • Auch die Vielkäufer, also die Personen, die mehr als 14 Bücher pro Jahr kaufen, sind in der Mehrzahl weiblich (61%). 
  • Frauen kaufen im Durchschnitt 1,7 Bücher mehr pro Jahr als Männer. 
  • Die Hälfte ihrer Ausgaben am Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) entfällt dabei auf die Belletristik (Männer: 47%). Männer geben mit 17% anteilig mehr für Sachbücher aus als Frauen (12%).

Das Vergnügen steht an erster Stelle

  • „Ohne Bücher wollte ich nicht leben“, jeder Zweite stimmte dieser Aussage 2015 zu, hier gab es keine nennenswerte Veränderung zum Jahr 2008. 
  • Gelesen wird vor allem zur Unterhaltung und aus Vergnügen und Passion, 79% der Befragten kreuzten diese Aussage an. Wichtig für Buchleser ist zudem das Thema Information, hier setzten 66% der Befragten einen Haken, 58% lesen Bücher, um etwas für ihre Allgemeinbildung zu tun. 

Stationäre Buchhandlungen sind die wichtigste Anlaufstelle

  • Der Online-Anteil ist gegenüber 2008 deutlich gewachsen: Der Anteil der Käufer-Ausgaben am reinen Publikumsmarkt im Online-Buchhandel steigt von 19 auf 32%. Doch: Nur ein kleiner Teil geht zu Lasten des stationären Buchhandels, betroffen sind vor allem sonstige Verkaufsstätten wie Kaufhäuser oder Nebenmärkte. 
  • Im stationären Handel geben vor allem die über 60-Jährigen und die Jüngsten bis 19 Jahre Geld für Bücher aus. 20- bis 39-Jährige kaufen Bücher überproportional oft online. Ein Viertel (24%) der Befragten entdeckt gelegentlich Bücher im Internet und kauft dann im stationären Geschäft, umgekehrt kommt dies seltener vor (17%).
  • Der stationäre Handel ist für Buchkäufer der wichtigste Ort, um auf Bücher aufmerksam zu werden, 64% kaufen ihre Bücher beim Stöbern im Laden. Die Empfehlung von Freunden spielt für 43% eine große Rolle. 
  • Bei der Buchauswahl geht nichts über Klappentexte von Büchern – 68% der Käufergruppe orientieren sich daran. Knapp dahinter liegen die Thementische im Geschäft. 63% fühlen sich davon inspiriert, und 59% empfinden die Beratung und Empfehlung der Buchhändler als hilfreich.

E-Books substituieren Taschenbücher

  • Die Ausgaben für E-Books gehen zulasten der Taschenbücher: Der Anteil der Ausgaben für digitale Bücher liegt aktuell bei 4%, während die Ausgaben für Taschenbücher von anteilig 36% auf 315 gesunken sind. Hardcover sind dagegen stabil geblieben.

Die Daten zum Kaufverhalten stammen aus dem GfK Consumer Panel Media Scope Buch mit insgesamt 25.000 Personen. Das Panel ist eine Quotenstichprobe und repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab zehn Jahren. Die Konsumentenbefragung zu den Motiven und Einstellungen der Buchkäufer und -leser basiert auf der Befragung von 10.000 Personen innerhalb dieses Panels.

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