Thalia schließt die Neuausrichtung ab

Die Muse ist wieder in der Spur: Rund drei Jahre nach der selbst verordneten Neuausrichtung mit tiefen Schnitten meldet der Buchhandelsprimus Thalia (Bruttoumsatz 2014: geschätzt 950 Mio Euro) den Abschluss der Restrukturierung und ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014/2015. Harte Zahlen bleiben in der Schublade. Aber: „Wir haben auf vergleichbarer Fläche ein Wachstum von 2% erzielt, wobei alle Vertriebskanäle zugelegt haben“, erklärt Michael Busch, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Die positive Entwicklung ist laut Busch das Resultat einer möglichst „nahtlosen Verzahnung der Vertriebskanäle, um den Kunden nicht nur in den rund 220 bundesweiten Buchhandlungen sondern auch im Online- und Digital-Bereich gleichermaßen in der Thalia-Welt bedienen und begeistern zu können“. Erreichte Wegmarken und weitere Zielsetzungen, die der Thalia-Chef zur Bilanz des Geschäftsjahres  akzentuiert:

  • Stärkung des Stationären: Die Zeit der Schließungen ist vorbei und in die Gestaltung der Filialen wird verstärkt investiert. Zu den Neuerungen gehören digitale Displays, die Kunden an den Regalen Zusatzinformationen zu Buchtiteln oder persönliche Lesetipps des Teams vor Ort geben. Das neue Ladenbaukonzept wird sukzessive bei Neueröffnungen und Umbauten umgesetzt. Bislang ist es in den Dependancen Neu-Ulm (Glacis-Center, Foto: Thalia) und Berlin (Lindencenter) zu sehen.
  • Zündender Sortimentsmix: Entgegen der Befürchtung, das E-Book werde das gedruckte Buch ins Abseits drängen, konstatiert Thalia ein „wieder steigendes Interesse am gedruckten Buch“. Den Flächenanteil für Bücher hat Thalia in den Filialen erhöht. Sie bestimmen mit buchnahen Artikeln wie  Kalender 80% des Sortimentsanteils. 20% entfallen auf Artikel wie Filme, Musik-CDs, Trendartikel und Spielwaren.
  • Angekurbelter E-Commerce: Im Online-Geschäft sorgen sowohl E-Books als auch gedruckte Bücher für Wachstumsimpulse, positiv entwickeln sich auch die Bereiche englischsprachige Bücher, Musik, Film und Spielwaren. Ab Anfang 2016 können Kunden die Verfügbarkeit in einer bestimmten Thalia Buchhandlung prüfen, und das Buch zur Abholung reservieren lassen. Zusätzlich bekommen die einzelnen Buchhandlungen online verstärkte Sichtbarkeit. Auf den Webseiten der Filiale finden sich dann Informationen zu Veranstaltungen und persönlichen Buchtipps der Buchhändler vor Ort.
  • Erweiterung der mobilen Präsenz: Smartphone-Nutzer werden per Cross-Channel-App eingefangen. Mit dem Feature Thalia Next, wurde im September eine besondere Empfehlungsfunktion implementiert (buchreport berichtete exklusiv). Die Tipps basieren nicht auf Algorithmen. Sie speisen sich aus einer Datenbank, die von Thalia-Buchhändlern gefüttert wird.
  • Zuwachs im E-Book-Geschäft: Ihren Anteil am E-Book-Markt konnten die Hagener im Vergleich zum Vorjahr von 16 auf 19% steigern, die Umsätze mit E-Books kletterten um 25%. Schlüssel zum Erfolg ist der Tolino, mit dem sich Thalia als Mitglied der Tolino-Allianz auf die Fersen des  Dominators Amazon heftet. Mehr Durchschlagskraft soll der Beitritt von Osiander und der Mayerschen bringen, der das Tolino-Netz weiter ausdehnt.

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