Generationsbruch in der Nutzung

Dass der Mensch einen Großteil seines Tages mit der Nutzung von Medien verbringt, ist jetzt neu vermessen. Die tägliche Mediennutzung umfasst laut der neuesten Ausgabe der „ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation“ im Jahr 2015 mit 9 Stunden 26 Minuten quantitativ den bedeutendsten Teil im täglichen Zeitbudget. Dabei ist auch die parallele Nutzung von Medien berücksichtigt. Basis ist eine Befragung zum Nutzungsverhalten in einem 15-Minuten-Raster.
Die Mediennutzung wird durch die elektronischen Medienangebote von Fernsehen, Radio und Internet bestimmt, wobei sich die Nutzung (Stichwort: Mobiles Internet) immer stärker von den klassischen Funktionsgeräten löst. Es zeige sich, schreiben die Autoren, dass die Menschen sich mit immer mehr Geräten ausstatten, um Medien in unterschiedlichen Situationen zu nutzen. Die Haushaltsabdeckung ist hoch mit 100% bei fernsehfähigen Geräten, 96% bei Radios und 83% bei Computern (Standgerät bis Tablet).
Ein auffälliger Befund ist der Generationsbruch. Die 14- bis 29-Jährigen unterscheiden sich in der Mediennutzung deutlich vom durchschnittlichen Verhalten der Gesamtbevölkerung:
  • Die Fernsehnutzung (Gesamt 208 Min./Tag) ist bei der jüngeren Gruppe um 30% niedriger (144 Min.), die Hörfunknutzung um 20% geringer.
  • Die Musiknutzung von CD bis MP3 ist mit 51 Min. doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung.
  • Die Internetnutzung (Gesamt 107 Min./Tag) liegt bei den Jüngeren um 75% höher (187 Min.).
Bei der Wundertüte Internet entfällt allerdings nur ein Viertel der Zeit auf die klassische Mediennutzung (Zeitungs-, Radio- und TV-Angebote): An erster Stelle steht das Lesen aktueller Nachrichten, die Jüngeren nutzen das Internet auch vermehrt zur Unterhaltung als Videokanal.

Interessant sind die Differenzen bei den klassischen Lesemedien. Während die Jüngeren wenig Zeit mit Zeitungen und Zeitschriften verbringen, schneiden Bücher recht gut ab:

  • Mit Tageszeitungen verbringen die 14- bis 29-Jährigen nur 9 Min./Tag gegenüber dem Schnitt von 23 Min. in der Gesamtbevölkerung.
  • Zeitschriften kommen bei den Jüngeren sogar nur auf 1 Min./Tag gegenüber 6 Min. in der Gesamterhebung.
  • Für Bücher wenden die Mediennutzer bis 29 Jahren dagegen mit 22 Min./Tag dagegen sogar etwas mehr Zeit auf als der Durchschnitt (19 Min.).
Der Generationsbruch setzt sich bei der Gerätenutzung fort: MP3-Player, Spielekonsole und Smartphone sind typische Geräte für die Jüngeren. Nur beim E-Book-Reader zeigt sich kein Altersgefälle. Aktuell nutzt in der Gesamtbevölkerung etwa jeder Achte (12%) einen E-Reader. Im Vergleich schneiden die Konkurrenten mit ihren umfassenderen Möglichkeiten deutlich besser ab: Tablets werden von 29% der Deutschen genutzt, Smartphones von 54%.

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