Max Kruse ist gestorben

Der Thienemann-Esslinger Verlag trauert um einen großen Autor: Max Kruse starb am vergangenen Freitag im Alter von 93 Jahren. 
Max Kruse wurde 1921 in Bad Kösen an der Saale als jüngster Sohn des Bildhauers Max Kruse und der berühmten Puppenschöpferin Käthe Kruse geboren. Als eher kränkliches Kind konnte er nur selten die Schule besuchen, wurde aber sehr vom künstlerischen Familienumfeld und der liebevollen und sehr entschiedenen Mutter geprägt. Nach dem Abitur in Weimar studierte er in Jena bis zur Schließung der Universitäten im Jahr 1943 Philosophie und Betriebswirtschaft. Kurz nach Kriegsende heiratete er und baute die Puppenfabrik seiner Mutter wieder neu auf, nachdem der alte Betrieb in Bad Kösen enteignet worden war. 
Da Max Kruse schon immer Schriftsteller werden wollte, übergab er 1958 die Firma an seine Schwester und zog nach München, wo er als Werbetexter arbeitete und seine ersten Kinderbücher verfasste. Seinen Durchbruch als Schriftsteller erzielte Max Kruse 1965, als der Hessische Rundfunk sein erstes Kinderbuch „Der Löwe ist los“ mit der Augsburger Puppenkiste verfilmte. Max Kruse schrieb über 50 Kinder- und Jugendbücher. Am bekanntesten und beliebtesten wurden seine Kinderbücher um „das Urmel“.
Mit Max Kruse verliert die deutsche Kinderliteratur einen Autor, der eine ganze Generation von Lesern geprägt hat. Über seine phantasievollen Figuren – vom „Lölölölöwen“, über Don Blech und Lord Schmetterhemd bis zum Urmel und seinen Mitschülern in der Sprachschule von Professor Habakuk Tibatong auf der kleinen Südseeinsel Titiwu – hat er viele unterhaltsame und zugleich weise und hintergründige Geschichten erzählt. 
Max Kruse wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Unter anderem ist er Mitglied des P.E.N und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Die Gesamtauflage seiner Bücher liegt bei über drei Millionen Exemplaren; sie wurden unter anderem ins Chinesische, Dänische, Englische, Estnische, Finnische, Französische, Niederländische, Italienische, Japanische, Katalanische, Koreanische, Russische und Schwedische übersetzt. Im Jahr 2000 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet.
Die Beerdigung wird im engsten Familienkreis stattfinden. 

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