Was lesen Sie denn da? Bücherlesen im öffentlichen Raum macht neugierig

Frankfurt am Main/Berlin (ots) – Ist es neugierig, kontaktfreudig oder einfach nur indiskret und peinlich, einen Leser am Strand, im Schwimmbad oder im Zug auf das dicke Buch anzusprechen? Neugierige Baden-Württemberger schlagen dabei gehemmte Saarländer. 
„Was lesen Sie denn da?“ – Immerhin 16,6 Prozent der Baden-Württemberger finden diese Frage gar nicht peinlich und erkundigen sich nach dem Inhalt des gelesenen Buches. In feiner Zurückhaltung üben sich dagegen die Saarländer mit mageren 4,7 Prozent, der Bundesdurchschnitt liegt bei 13,5 Prozent. Das ergab eine Umfrage unter 5.000 Deutschen ab 14 Jahren im Auftrag von Vorsicht Buch!, der Kampagne der deutschen Buchbranche. 
Prinzipiell neugierig auf den Lesestoff der anderen sind eine ganze Menge der Befragten. 57,5 Prozent versuchen wenigstens, den Buchtitel zu erspähen. Frauen sind mit 62,4 Prozent dabei deutlich neugieriger als Männer, die es auf einen Durchschnitt von 52,3 Prozent bringen. Die Teenager sind beim heimlichen Erspähen Spitzenreiter mit 70,5 Prozent, die über 60-Jährigen sind mit einem Anteil von 48,2 Prozent gelassener geworden. 
Wie ist denn das Buch? Ist es wirklich so gut? Am Urteil der Lesenden interessiert sind viele der Befragten. Doch, so zeigt sich, wünschen ist hier stärker als tun: Fragen, ob das Buch denn gut ist, würden gerne 24,6 Prozent aller Befragten. Es tatsächlich tun, das machen dann aber nur 16,5 Prozent. Am direktesten sind dabei die Rheinland-Pfälzer: Hier schreiten 20,5 Prozent der Befragten zur Tat und sprechen den Lesenden an. Die zurückhaltenden Thüringer oder auch die Hamburger können sich da eine Scheibe Kontaktfreudigkeit abschneiden. In Hamburg ist man mit 9,7 Prozent nämlich nur ein kleines bisschen weniger zurückgenommen als Schlusslicht Thüringen mit 9,6 Prozent der Befragten. 
Richtig gern nach der Qualität der Lektüre fragen, das würden 31,7 Prozent der Befragten in Mecklenburg-Vorpommern. Wesentlich weniger scharf auf das Urteil der Lesenden sind die Bayern, die mit grade mal 20,9 Prozent hier das Schlusslicht bilden. Ist den Bayern also alles Wurscht? Beate Laufer-Johannes, Inhaberin der Bücherinsel in Frauenaurach bei Erlangen: „Aber nein! Den Bayern ist natürlich nicht alles wurscht. Wir leben nur nach dem Motto ‘Lesen und Lesen lassen’!“
Die Umfrage wurde im Mai 2015 im Rahmen der Kampagne Vorsicht Buch!, einer Initiative der deutschen Buchbranche, von Research Now® durchgeführt. Auftraggeber ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. 
Die genauen Umfrageergebnisse können hier abgefragt werden.

Kommentare

Kommentar hinterlassen zu "Was lesen Sie denn da? Bücherlesen im öffentlichen Raum macht neugierig"

Hinterlassen Sie einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

buchreport-Veranstaltung

Innenstadt und Handel – Chancen einer neuen Gründerzeit

Melden Sie sich jetzt zur buchreport-Veranstaltung am 1. März 2018 an, in der branchenübergreifend diskutiert wird, wie der Innenstadt-Handel überleben und der Rückgang der Kundenfrequenz gestoppt werden kann. ...mehr

IT-Channel

buchreport IT-Channel
  • Leipziger Messe-Tagung: Die (technische) Zukunft des Marketings  …mehr
  • Innovation: »Nicht nur auf das Silicon Valley schauen«  …mehr
  • »Viele Verlage haben noch eine Menge Hausaufgaben zu erledigen«  …mehr

  • Webinar-Video

    webinar_videos

    Webinar verpasst?

    Falls Sie ein Webinar verpasst haben, können Sie nachträglich das Video zum Webinar bestellen und sich die Inhalte bequem am Computer anschauen. Hier finden Sie eine Übersicht der verfügbaren Webinar-Videos.

    Hardcover Belletristik
    1
    Moyes, Jojo
    Wunderlich
    2
    3
    Schlink, Bernhard
    Diogenes
    4
    Kehlmann, Daniel
    Rowohlt
    19.02.2018
    Komplette Bestsellerliste Weitere Bestsellerlisten