Der Kampf um den Kuchen wird härter

Die gute Laune ist in diesem Jahr in vielen Ratgeber-Verlagen verflogen. Im ohnehin mauen 1. Halbjahr – der buchreport-Umsatztrend weist –2,1% aus – hängen die Ratgeber mit –4,6% noch stärker durch. Vor allem die größte Warengruppe „Essen & Trinken“, lange zusammen mit den florierenden Bastelanleitungen Treiber des Ratgeber-Aufschwungs, schwächelt.

Über die Hintergründe der Ratgeber-Schwäche hat buchreport mit Christof Klocker (Foto: Gräfe und Unzer) gesprochen, der bei Gräfe und Unzer als Mitglied der Gesamtverlagsleitung die Bereiche Körper, Geist & Seele sowie Partnerschaft & Familie verantwortet und im Börsenverein als Mitglied des Sprechergremiums des Arbeitskreises der Ratgeberverlage aktiv ist.

Erleben wir eine Krise des ganzen Buchformats Ratgeber oder vor allem einzelner Segmente?

Zur Gesamtlage: Die Ratgeberverlage haben zwei richtig starke Jahre mit zum Teil kräftigen Zuwächsen hinter sich. Die momentane Situation ist nicht schön, aber nach den Boomjahren natürlich auch ein stückweit Normalität. Und wir befinden uns ja leider auch in guter Gesellschaft. Belletristik, Kinderbuch, Sachbuch – bis auf das Reisesegment ist im 1. Halbjahr keine Warengruppe gewachsen. Wenn man es auf die Themen herunterbricht, fällt auf, dass das Kochbuch aber besonders schwächelt.

Ein Zeichen für die Übersättigung?

Ich führe das ganz stark auf den Diätmarkt zurück. Die Reduktionsdiäten sind in diesem Frühjahr stark rückläufig. Und die neuen Trends auf diesem Sektor wie etwa der Vollwertansatz können diese Entwicklung bislang nicht abfangen. Generell ist bei der Warengruppe Essen & Trinken aber noch einiges drin: Wenn die Starköche in der 2. Jahreshälfte mit ihren Titeln auf die Tische kommen, wird sich das wieder relativieren. Ein Blick auf die Zahlen der vergangenen Jahre zeigt auch, dass die Verschiebung ins 2. Halbjahr immer massiver wird.

Schlagen vielleicht doch die vielen Kostenlosangebote im Internet durch?

Das glaube ich nicht. Hobbyköche können im Internet viele Tausend Rezepte für Schweinebraten finden, im Endeffekt verlassen sich die meisten dann aber doch lieber auf Rezepte, die Verlage auswählt und geprüft haben. Hinzu kommt die Ausstattung. Das Kochbuch wurde in den vergangenen Jahren herstellerisch stark aufgewertet. Die Verlage haben damit eine Gegenbewegung eingeleitet, um qualitativ Zeichen zu setzen. Das wird von den Käufern auch honoriert, wie die Zuwächse 2013 und 2014 belegen.

Welche Vertriebswege verlieren besonders stark?

Der gesamte stationäre Buchhandel fällt gegenüber dem E-Commerce weiter zurück. Wir hören aus dem Handel parallel auch viele Klagen über zurückgehende Frequenzen. Es gibt aber andere Vertriebskanäle, die sich positiv entwickeln. Bei Gräfe und Unzer sind das zum Beispiel Biomärkte, in denen wir recht erfolgreich Bücher verkaufen. Im Nebenmarkt steckt noch hohes Potenzial.

Das vollständige Interview lesen Sie im buchreport.express 31/2015, hier zu bestellen.

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