Branche protestiert gegen Sparpläne

Der Börsenverein schlägt Alarm: „Lesezeichen“ und „Lido“, die beiden Literatursendungen des Bayerischen Rundfunks, sollen aufgrund von Sparmaßnahmen ersatzlos gestrichen werden. „Wenn der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks entscheiden sollte, die beiden einzigen Literatursendungen des Bayerischen Fernsehens abzusetzen, dann steht damit der Bildungs- und Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zur Disposition“, warnt der Vorsteher des Börsenvereins Heinrich Riethmüller in einer Protestnote.

Moderne Literaturvermittlung trage zur Meinungsbildung in der Gesellschaft bei. Sollte der Bayerische Rundfunk seine Pläne wahrmachen, so Riethmüller, „wäre das nicht nur ein Armutszeugnis für das öffentlich-rechtliche Fernsehen, es würde damit auch zunehmend seine Existenzberechtigung aufs Spiel setzen“.

Am Donnerstag will der Rundfunkrat über die entsprechende Programmreform entscheiden. Im Netz wurde am Samstag kurzfristig eine Online-Petition gestartet, in der derzeit etwa 2300 Unterzeichner gegen die Sparpläne protestieren. Auch prominente Namen wie der der aktuellen Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer stehen auf der Liste.

Kommentare

1 Kommentar zu "Branche protestiert gegen Sparpläne"

  1. Vor allem sind Literatursendungen im Rundfunk sehr wichtig um sich über die aktuelle Literatur und die Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt zu informieren. Gerade ältere Leser und Leserinnen haben ja zudem oft noch ein Radiogerät und hören da auch regelmässig Sendungen, die sich mit Büchern befassen.
    Es wäre schon ein Rückschritt, wenn der Bayerische Rundfunk seine Literatursendungen ,Lesezeichen` und ,Lido` nur aus Gründen von Sparmaßnahmen streichen würde.
    Es ist auch nicht zu übersehen, dass Radiosendungen, welche sich mit Schriftstellern und Büchern befassen, auch eine sehr gute Information für die Buchleser/leserinnen sind, um sich dann in den
    Buchhandlungen nach diesen Buchhinweisen aus den jeweiligen Sendungen im Rundfunk, umzusehen.
    Der Hörfunk vermittelt also Literatur und setzt sich sozusagen für das Buch ein.
    In einer Zeit der medialen Offenheit und Kommunikation gehört auch die Wissensverbreitung über die Neuerscheinungen von Büchern mit Literarsendungen über den Rundfunk dazu.
    Es wäre also ein Schritt in die tiefe Steinzeit zurück, wenn solche Sendungen einfach wegfallen würden.
    Eine ,Programmreform` für den Rundfunk sind diese Bestrebungen der Streichung von ,Literaturzeichen` und ,Lido` jedoch nicht.
    Es zeigt vielmehr doch eine Interessenlosigkeit an solchen Sendungen Literatur auf diesem Wege den Lesern nahe zu bringen.
    Gefordert ist also vielmehr vom Rundfunkrat ein Umdenken und auch eine offene Kommunikation nach draußen.
    Es darf eben nicht sein, dass da einsame Entscheidungen durchgezogen werden, nur um irgendwelchen Sparmaßnahmen gerecht zu werden.
    Die Buchbranche muss über die bevorstehenden Strukturveränderungen informiert werden.
    Es geht dabei auch in unserem Land um die ,Freiheit des Geistes` und diese sollte nicht beschnitten werden.
    H. Kraft

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