Buchhandlung Lesensart in finanzieller Schieflage

Die Buchhandlung Lesensart von Rüdiger Wenk ist pleite: Gestern wurde am Amtsgericht Münster das Insolvenzeröffnungsverfahren für das in Ahaus ansässige Unternehmen angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Betriebswirt Ulrich Zerrath (Recklinghausen) bestellt.

Wenk, der im Februar 67 defizitäre Weltbild-Filialen übernommen hatte, hat zuletzt im Wochentakt Filialen geschlossen (zuletzt in Dortmund (Foto), Offenburg und Bad Hersfeld). 

Ende mit Ansage? Schon beim Verkauf der defizitären Weltbild-Filialen an den in der Branche bislang nicht groß in Erscheinung getretenen Unternehmer aus Ahaus wurde über die Hintergründe spekuliert. Tenor: Gibt es für die Filialen tatsächlich eine tragende Perspektive oder handelt es sich um eine Abwicklung durch die Hintertür? Die klandestine Kommunikationsstrategie von Weltbild beim Verkauf und das Abtauchen von Wenk, der sich allen Presseanfragen bislang entzog, ließen viel Raum für Interpretationen.

Update: Weltbild weist mit einer Pressemitteilung darauf hin, nicht von der Insolvenz von Lesensart betroffen zu sein:

„Weltbild ist von der heute bekannt gewordenen Insolvenz der Buchhandlung Lesensart überrascht worden. Weltbild weist darauf hin, dass diese Insolvenz ausschließlich Lesensart betrifft. Alle 140 Filialen, die weiterhin zum Filialnetz von Weltbild gehören, sind von der Insolvenzanmeldung durch Lesensart in keiner Weise berührt. Sie sind eine wichtige Säule in unserem Multikanal-Geschäftsmodell.“

Kommentare

4 Kommentare zu "Buchhandlung Lesensart in finanzieller Schieflage"

  1. „Ende mit Ansage“? Ja. Der dubiose Herr Wenck, den man auch als Strohmann für den ominösen „Berater“ im Hintergrund betrachten könnte, gibt den vermutlich gut bezahlten Buhmann. Die Mutterfirma Weltbild ist das Problem der defizitären Filialen und vor allem die Mitarbeiter los und ist gaaanz überrascht von der derzeitigen Entwicklung. Damit dürften sie die einzigen sein, die überrascht sind. Für viele Branchenkenner war die Frage nicht das ob, sondern das Wann?

  2. Bei der jetzt angekündigten Insolvenz von Buchhändler Wenk mit den Buchhandlungen Lesensart muss man sich fragen, ob Herr Wenk sich nicht mit den vor sechs Monaten übernommenen 67 Weltbild-Buchhandlungen zuviel zugemutet hat. Außerdem hatte er schon zu Beginn kein richtiges vollständiges Konzept für diese Weltbild-Buchläden, die er dann in Buchhandlung Lesensart umwidmete,
    Es ist für die durch die Schließung dieser Buchhandlungen von Herrn Wenk betroffenen Mitarbeiter/innen eine sehr traurige Sache, denn gerade sie setzten sich erneut für einen Neuanfang ein.
    Im Beitrag wird von einer ,tragenden Perspektive` gesprochen.
    Ja, wo soll diese jetzt bei einer Insolvenz sein?
    Der Insolvenzverwalter muss in den nächsten Wochen ausloten, was da überhaupt noch möglich ist.
    Alles andere bleibt anzuwarten und Spekulationen sind daher jetzt nicht richtig.
    Es geht in erster Linie um die Mitarbeiter/innen und deren Zukunft und ob man für sie eine zeitnahe Perspektive finden kann.
    Da bedarf es Mut und allergrößte Anstrengungen.
    Auch der Börsenverein ist dabei gefragt sich einmal hier in diesem Fall einzusetzen und nicht nur Verbandsarbeit zu leisten.
    Er hat sicher u. a. auch die Aufgabe etwas nach seinen Mitgliedern zu schauen und zu sehen, wo es fehlt und wie man eine sogenannte Kollegialität noch unter den Mitgliedern fördern könnte.
    Der Buchhandel und die Verlage sind gerade jetzt von großen Umwälzungen innerhalb der Medien betroffen.
    Deshalb wäre es vielleicht einmal gut, wenn Buchhandlungen und auch Verlage mehr Gemeinsamkeit in ihrem Handeln zeigen würden. Es geht nicht um ein Gegeneinander, sondern vielmehr um ein Miteinander innerhalb der Buchbranche. Und entsprechend sollte sich dafür auch der Börsenverein öffnen.
    Sehr wichtig ist deshalb auch in besonderer Weise, dass die Buchpreisbindung der Bücher erhalten bleibt.
    H. Kraft

  3. mors stubebit | 23. Juli 2015 um 12:07 | Antworten

    „klandestine Kommunikationsstrategie“ eine sehr milde Umschreibung für: „autistisches Psychosektengehabe“

    • Du meinst wohl: mors stupebit? Ja, ja: die klassische Bildung unserer Möchtegern-Kulturträger, als welche sich einige Buchhändler und Buchhändlerinnen ja immer noch verstehen, aber im Ernst: Was ist denn mit dem sehr informativen Artikel passiert, aus dem du das mit dem klandestinen Gedöns zitiert hast??!!

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