Führende Buchkonzerne wachsen schneller

Die weltgrößten Buchverlage erreichen einen Gesamtumsatz von 59,3 Mrd Euro. Dahinter stehen 57 Unternehmensgruppen mit mindestens 150 Mio Euro Umsatz, die im aktuellen „Global Ranking of the Publishing Industry – Ranking der weltgrößten Buchkonzerne“ gelistet sind, die buchreport gemeinsam mit internationalen Partnerzeitschriften unter Federführung von „Livres Hebdo“ veröffentlicht. 

Die anhand der 2014er Umsätze addierten 59,3 Mrd Euro liegen rund 6 Mrd höher als in der Vorjahreserhebung. Das Plus ergibt sich im Wesentlichen aus Zukäufen/ Unternehmenskonzentration und durch zwei ins Ranking aufgenommene große chinesische Gruppen, für die erstmals Daten vorliegen.

Die 10 Größten kommen auf 32 Mrd Euro Umsatz

Nach Jahren relativer Stabilität zeigen die Zahlen für das Jahr 2014 eine größere Dynamik in der  Spitzengruppe. Anders als die insgesamt überwiegend mittelständische Branche setzen die Top10-Verlage zwischen 1,6 Mrd und 5,8 Mrd um (s. Tabelle). Allein diese 10 größten Gruppen kommen in Summe  auf 31,8 Mrd Euro (+12% gegenüber 2013).

Rang

Verlagsgruppe (Land)

Umsatz 2014
Mio Euro

Umsatz 2013
Mio Euro

1

Pearson (GB)

       5.809

       5.655

2

ThomsonReuters (USA)

       4.729

       4.015

3

RELX Group (Reed Elsevier, UK/NL/US)

       4.405

       4.417

4

Wolters Kluwer (NL)

       3.660

       3.565

5

Penguin Random House (D)

       3.324

       2.655

6

Phoenix Publishing and Media Company (VRC)

       2.333

       2.015

7

China South Publishing & Media Group (ZhongNan, VRC)

       2.119

       1.621

8

Hachette Livre (F)

       2.004

       2.066

9

McGraw-Hill Education (USA)

     1795*

       1.434

10

Holtzbrinck (D)

       1.643

       1.610

*geschätzt

Tabelle: Die 10 weltgrößen Buchkonzerne. Quelle: Global Ranking of the Publishing Industry 2015. © Livres Hebdo / buchreport

Die Tendenz, dass die größten Unternehmen schneller wachsen, ist auch mehrjährig zu beobachten. Es sind die jeweiligen Marktführer, die sich in ihren Themengebieten oder territorialen Märkten ein größeres Stück sichern:

  • Wie in den Jahren zuvor bilden Fachverlage die Spitze, die sich auf einen Sektor spezialisiert haben wie Bildung (Pearson) oder Wissenschaft und Fachinformation wie ThomsonReuters, Reed Elsevier (jetzt umbenannt zu RELX) und Wolters Kluwer. Pearson, Reed Elsevier und Wolters Kluwer sind auch mit Unternehmen im deutschen Markt vertreten.
  • Deutliches Wachstum ist weitgehend auf professionelle Fachinformation beschränkt wie ThomsonReuters, der in den Bereichen Recht, Wirtschaft, Steuern und Gesundheit mit digitalen und „erneuerbaren“ Umsätzen in Form von Abonnements erfolgreich ist.
  • Der Publikums-Buchmarkt gilt dagegen als reifer Markt mit tendenziell schrumpfenden Umsätzen, allerdings mit Ausnahmen wie dem globalen Marktführer Penguin Random House, an dem Bertelsmann die Mehrheit halt. Random House (Bertelsmann) und Penguin (Pearson) hatten 2013 fusioniert und haben zuletzt im spanischen und portugiesischen Buchmarkt zugekauft.

Auch der andere große deutsche Medienkonzern Holtzbrinck dreht künftig international ein noch größeres Rad. Derzeit mit seinen Buchumsätzen von 2014 auf Rang 10 im Ranking der weltgrößten Verlage eingeordnet, ist Holtzbrinck nach grünem Licht der Kartellbehörden dabei, seine amerikanische Wissenschaftstochter Macmillan mit der ebenfalls international ausgerichteten deutschen Fachverlagsgruppe Springer Science + Business Media (derzeit auf Rang 20) zu Springer Nature zu verschmelzen. Die Holtzbrinck-Publikumsverlage (u.a. Rowohlt, Fischer, Droemer Knaur) sind von dem Deal nicht betroffen.

Als weitere deutsche Unternehmen sind in den 57 weltgrößten Verlagen die großen Bildungsverlage Klett, Cornelsen und Westermann vertreten sowie die Fachverlage Haufe und WEKA.

Zwischen die großen anglo-amerikanischen, europäischen und japanischen Verlage schieben sich immer stärker auch chinesische Verlagshäuser. Die beiden Neuaufnahmen Phoenix und China South, die sich auf Anhieb in der Top10 finden, sind nicht etwa in den Metropolen Peking oder Shanghai angesiedelt, sondern haben als Regionalverlage begonnen mit einem starken Akzent auf Bildungsmaterialien.

Zum Ranking:
Das Ranking der weltgrößten Buchkonzerne wird im internationalen Verbund unter Federführung von Livres Hebdo (Frankreich) gemeinsam veröffentlicht von buchreport (D/A/CH), BookDao (China), The Bookseller (Großbritannien), Publishers Weekly (USA) und PublishNews (Brasilien). Recherche: Rüdiger Wischenbart Content and Consulting (Wien).

Zur Veröffentlichung im deutschsprachigen Raum:

  • Magazin: Das ausführliche Ranking mit Daten der 57 Unternehmen und Porträts der Top 50 Verlage erscheint im buchreport.magazin 7/8, das am (ET: 27.6.). Das Einzelheft kann hier bestellt werden.
  • Buch: Das Ranking erscheint zusätzlich Anfang Juli auch mit ausführlichen Profilen der Unternehmen (ca. 160 Seiten) in englischer Sprache und kann gedruckt im Buchformat und als PDF-Datei bezogen werden. Mehr Information und Bestelloptionen gibt es hier. 

Kommentare

1 Kommentar zu "Führende Buchkonzerne wachsen schneller"

  1. Wichtig wäre mal bei so Statistiken und Zahlen zu erfahren, wie es eigentlich bei diesen Verlagen mit dem wirklichen Buchumsatz aussieht.
    Die digitalen Medien, die man als E-Books usw. drucken und dann
    herunterladen kann, nehmen ja in diversen Varianten zu und es gibt heute ja andere Möglichkeiten an Büchern verschiedenen Formen (als in haptischer Weise – also ein Buch in Händen haben) zu kommen.
    Entscheidend wären also die Zahlen der wirklich gedruckten Bücher.
    Das Wissen unserer Zeit verbreitet sich in ganz anderen Dimensionen, wenn man jetzt auf die schnellen digitalen Neuerungen sieht.
    Vor allem Jugendliche sollten wieder mehr auch den Umgang mit einem Buch wieder suchen und trotz der Anwendung elektronischer Medien den Zugang zum Buch wieder finden.
    Dies bedarf aber großer Anstrengungen vom Elternhaus und der Schule.
    Bei allen neuen Entwicklungen der Medien darf die Gefahr einer sogenannten Überfütterung mit Informationen nicht übersehen werden. Und es ist trotzdem erstaunlich, dass trotzdem manches Grundlagenwissen bei jungen Menschen leider fehlt.
    Auch Verlage sollten sich mehr bewusst sein, dass sie auch in einem größeren Umfang verantwortlich für die Bildung der Menschen sind.
    Es gilt daher von einem guten Verlagsprogramm nicht abzuweichen, sondern sein eigenes Profil als Verlag weiterhin zu halten und auch auszubauen.
    So ist z. B. der Klett-Verlag schon lange ein sehr bekannter Schulbuchverlag, der selber auch Akzente in seiner Produktion von Büchern gesetzt hat.
    Verlage sollten sich nicht nur gegenseitig mit Zahlen über Umsätze beäugen und da die Meßlatte anlegen, sondern es kommt vielmehr darauf an, dass die Verlage sich effektiv an ihren Programmen ausrichten und auch ihre Profile bewahren.
    Die Strategien und inneren Kämpfe im Buchhandel und bei den Verlagen sind härter geworden. Trotzdem sollte doch auch hier immer ein gangbarer Weg zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Buchhandel und Verlagen gefunden werden.
    Es geht trotz aller Digitalisierung auch um den Erhalt des Buches in seiner Form mit Seiten und Bucheinband.
    H. Kraft

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