Wir müssen unsere Produkte interessanter machen

Spätestens seit der Übernahme von Metaio durch Apple hat sich auch in der Buchbranche herumgesprochen, dass Augmented Reality mehr als Spielerei ist. Bei der AKEP-Konferenz in Berlin haben Carlsen, das Oetinger-Startup TigerCreate und die Mayersche gezeigt, wie sich die Technologie schon heute fruchtbar und kostengünstig einsetzen lässt.
Die Nutzung digitaler Geräte sei zwar riesig, die Verlage schafften es aber meist nicht, die Kinder mit ihren digitalen Produkten zu erreichen, schilderte Till Weitendorf, Chef im Oetinger Verlag und beim Verlags-Spin-off TigerCreate, die Problemlage. Es seien neue USPs erforderlich, „wir müssen unsere Produkte interessanter machen“, forderte Weitendorf. „Hören Sie auf, allzu simple Produkte zu machen, der Markt ist vorhanden, man muss nur mal starten.“
Weitendorf (Foto oben) präsentierte in Berlin eine Erweiterung von „Tiger Create“, einer Software, mit der Verlage angereicherte Kinderbücher erstellen und für verschiedene Plattformen exportieren können. Künftig können die Verlage, die TigerCreate nutzen (aktuell 73), auch ihre Titel per Augmented Reality erweitern. Anders als beispielsweise beim „Leyo“-Programm von Carlsen müssen dazu keine neuen Bücher konzipiert werden, die entsprechende AR-Hotspots enthalten. Stattdessen können Verlage ihre vorhandenen Titel erweitern. Die Kamera der App erkennt den Titel und zeigt automatisch AR-Erweiterungen an, die der Verlag (nachträglich) produziert hat (im folgenden Video zeigt TigerCreate-CTO Andreas von Lepel Animationen im Buch „Der kleine Eisbär“ – wegen technischer Probleme des Veranstalters funktioniert der Ton in der Präsentation nicht, was von Lepel gekonnt kompensiert). „Wir machen Augmented Reality günstig, wir können alte Bücher neu im Markt positionieren“, warb Weitendorf in eigener Sache.

Markus Dömer von Carlsen (Foto unten) zeigte in Berlin, wie sein Verlag das Thema AR weiterentwickeln wolle. Carlsen wolle künftig stärker untersuchen, welche Bereiche der Nutzer in den Büchern anklicke, so könnten neue Kommunikationsmöglichkeiten geschaffen werden.

Stephan Erlenkämper, Mitglied der Mayerschen-Geschäftsleitung und zuständig für  IT, Technik und Organisation, verriet dem Publikum, dass die Augmented-Reality-App der Mayerschen gar nicht viel Geld gekostet, aber eine große positive Resonanz erzeugt habe. 

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