Im Tal der Transformation

Schafft der Dino den Sprung in die neue Zeit? Mit einer tief greifenden Strukturreform will sich der traditionsreiche Börsenverein gegen den latenten Mitgliederschwund und den damit verbundenen drohenden Relevanzverlust stemmen. Auf den Buchtagen in Berlin (17.–19. Juni) stehen für den Verband grundlegende Weichenstellungen an. Die Hauptversammlung am Freitag, 19. Juni, soll den Weg für einen schrittweisen Umbau ebnen, der den Börsenverein durch das Tal der Transformation führen soll.

Wann endet der Mitgliederschwund?

Die im Finanzbericht des Verbandes fixierten Vitalwerte bringen das Problem auf den Punkt: 235 Mitgliedsunternehmen haben dem Börsenverein 2014 den Rücken gekehrt. Die 2013 nur mühsam durchgebrachten Beitragserhöhungen (buchreport berichtete) haben dazu geführt, dass der eigentlich zu erwartende sechsstellige Einbruch auf rund 38.000 Euro abgefedert wurde. Das Problem bleibt aber virulent. Die Mitgliederzahl ist mittlerweile unter die 5000er-Marke gerutscht. Bange Frage der Funktionäre: Kann die angestrebte Öffnung für neue Branchenplayer – wie Dienstleister, die im Zuge der Digitalisierung in die Branche kommen oder Selfpublisher – perspektivisch die Ausfälle tatsächlich kompensieren?

Zündet die Reform?

Flexiblere Formen der Beteiligung, schnellere Reaktionsfähigkeit bei Problemstellungen, ein den neuen Anforderungen angepasstes Dienstleistungsportfolio: Mit der 2014 auf den Weg gebrachten Strukturreform will der Verband gegensteuern und den Börsenverein attraktiver machen. In der Hauptversammlung soll die Renovierung die erste Hürde nehmen. Die Reformer aus dem Hauptamt mussten im Vorfeld allerdings einen Dämpfer hinnehmen und nach Bedenken aus der Mitgliedschaft auf die Bremse treten. Wird am Ende zu viel auf einmal über Bord geworfen? Der Umbau soll nun Schritt für Schritt im Rahmen eines mehrjährigen Prozesses stattfinden. In Berlin steht deshalb eine erste Reformstufe mit folgenden Komponenten zur Abstimmung:

  • Die Hauptversammlung soll grünes Licht für die Einrichtung von spartenübergreifenden Interessengruppen geben.
  • Die Interessengruppen sollen neue Branchenplayer integrieren oder aus bestehenden Arbeitsgruppen und Arbeitskreisen des Börsenvereins hervorgehen.
  • Das Branchenparlament soll aufgelöst werden. Seine integrative Funktion sollen die Fachausschüsse übernehmen, die zur spartenübergreifenden Zusammenarbeit verpflichtet werden.

„Vorsicht Buch!“ soll in die Verlängerung gehen

In Berlin steht auch die vom Vorstand auf die Wunschliste gesetzte Verlängerung der nicht unumstrittenen Kampagne „Vorsicht Buch!“ auf der Agenda. Für das auf drei Jahre angelegte Vorhaben waren insgesamt 3 Mio Euro bewilligt worden, 2016 soll die unterwegs nach Kritik inklusive Agenturwechsel neu formatierte Aktion fortgesetzt werden. Mit deutlich niedrigerem Budget: 86.000 Euro sind vorgesehen, die Finanzierung soll über eine Sonderausschüttung der BBG, der Holding für die Wirtschaftstöchter des Börsenvereins, erfolgen. Laut Verband will der Vorstand Ende des Jahres „über die Fortsetzung des Projektes, gegebenenfalls mit einem höheren Budget, über 2016 hinaus entscheiden“.

Auf der Tagesordnung stehen auch Anträge, die das Gebührenmodell des Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) kritisch aufs Korn nehmen. Und auch das Thema Beiträge kommt erneut aufs Tapet. Der (alte) Kritikpunkt: Die degressive Beitragsstaffel benachteilige umsatzschwächere Unternehmen. Das ebenso nicht neue Gegenargument des Verbandes: Ein einheitlicher Beitragssatz für alle Umsätze ohne Begrenzung nach oben treibe die Großen unweigerlich aus dem Börsenverein.

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