Selbstbewusst im leichten Minus

Gute Laune verbreitet der Börsenverein bei der Vorstellung seiner Wirtschaftszahlen für den deutschen Buchhandel auf seiner jährlichen Wirtschaftspressekonferenz in Frankfurt: Trotz eines Umsatzrückgangs um 2,2% sei 2014 ein gutes Jahr gewesen, meint Vorsteher Heinrich Riethmüller. Ursache für das moderate Minus sei das „Fehlen großer Bestseller“. Und darunter habe der stationäre Buchhandel weniger gelitten als die Online-Konkurrenz.

Auf 9,32 Mrd Euro beziffert der Verband den Gesamtumsatz der Buchbranche im Jahr 2014. Dabei liege der stationäre Buchhandel „zum zweiten Mal in Folge vor dem Online-Buchhandel, die Schere zwischen der Umsatzentwicklung beider Vertriebswege öffnet sich sogar immer weiter“, erklärt Riethmüller.

Die Zahlen für die einzelnen Vertriebswege:

  • Der stationäre Buchhandel bleibt größter Vertriebsweg mit 4,58 Mrd Euro (–1,2% gegenüber 2013). Sein Anteil am Gesamtmarkt ist auf 49,2% gestiegen (2013: 48,6%).
  • Der Internet-Buchhandel hat mit einem Minus von 3,1% deutlich mehr Federn gelassen. Sein Umsatzanteil lag 2014 bei 16,2%, das entspricht einem Gesamtumsatz von 1,51 Mrd Euro.
  • Der klassische Versandbuchhandel (Buchverkauf über Katalog, Mailing oder Telefon ) hat u.a. in Folge der Weltbild-Insolvenz ein fettes Minus 26% hinnehmen müssen und repräsentiert mit einem Umsatz von 161 Mio Euro einen Marktanteil von 1,7%.
  • Das Direktgeschäft der Verlage präsentiert sich mit einem schmalen Plus von 1,5%. Sein Umsatz von 1,9 Mrd Euro entsprach 2014 einem Marktanteil von 20,4%.
  • Das E-Book-Geschäft im Publikumsmarkt rangiert ebenfalls im Plus, allerdings mit einem angesichts früherer Erwartungen allenfalls noch moderaten Wachstum von 7,6%. Deutlicher als der Umsatz hat mit 15% aber der Absatz der elektronischen Bücher zugelegt. Mit anderen Worten: Fallende Preise knabbern am Umsatz. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 24,8 Mio E-Books an 3,9 Mio Nutzer verkauft.

Entwicklungen in den Warengruppen:

  • In der größten Warengruppe Belletristik macht sich das Fehlen von Bestsellern bemerkbar: Sie ging um 6,7% auf einen Marktanteil von 32,4% zurück (2013: 34,1%)
  • Die Warengruppe Sachbuch erzielt dagegen ein Plus von 5,4%, der Umsatzanteil stieg von von 9,4 auf 10,1%.
  • Die Warengruppen Ratgeber und Reisen liegen mit einem Umsatzanstieg von 1,2% und 0,8% im positiven Bereich. Der Umsatzanteil der Ratgeber betrug 14,9% (2013: 14,4%), der von Reiseliteratur 6,5% (2013: 6,4%).

Weitere Wirtschaftszahlen:

  • Der Novitätenausstoß der Verlage sank von 81.919 Titeln im Jahr 2013 auf 73.863 Titel. Rückläufig war die Entwicklung über fast alle Sachgruppen hinweg.
  • Die Zahl der Übersetzungen in Erstauflage ging von 10.731 (2013) auf 9.962 in 2014 zurück. Die wichtigsten Sprachen bleiben Englisch, Französisch und Japanisch.
  • Auf gleichem Niveau wie 2013 (6.466) lagen die Zahlen beim Lizenzverkauf mit 6.443 Lizenzen. Wichtigste Sachgruppen bleiben hier das Kinder- und Jugendbuch mit 2.362 Lizenzen (Anteil: 36,7%) und die Belletristik mit 1.197 Lizenzen (18,6%). Die meisten Lizenzen (983) gingen 2014 in die chinesische Sprache, auf dem zweiten Platz lagen die englischsprachigen Titel weit dahinter mit 450 Lizenzen.

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