Nicht aus Einsicht, sondern aus Notwehr

Der Börsenverein kann der kürzlich geänderten Steuerpraxis von Amazon wenig abgewinnen. Zwar hat der Verband die bisherige Steuervermeidungsstrategie des Online-Händlers immer als einen der zentralen Kritikpunkte angeführt, gibt aber angesichts der Nachricht, dass Amazon von nun an hierzulande erwirtschaftete Gewinne auch in Deutschland versteuern will, keine Entwarnung.

Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis ist sicher: „Amazon hat nicht aus Einsicht eingelenkt, sondern aus Notwehr. Das Unternehmen ist gezwungen zu handeln, weil die EU-Kommission nach und nach alle Steuerschlupflöcher in Europa schließt.“

Er begrüßt das Engagement der EU-Politiker und die gewachsene öffentliche Sensibilität, die Amazon zu dem Schritt gedrängt haben, erwartet aber keine positiven Effekte: „Das ist reine Augenwischerei.“ Unterm Strich werde der deutsche Fiskus nichts von der Umstellung haben, da Amazon seine Gewinne ohnehin in den Ausbau der Marktkontrolle investiert und so der Körperschaftssteuer entzieht.

Die Prognose des Börsenvereins: Der Online-Riese wird versuchen, noch mehr Geld zu sparen und sich in Deutschland kleinzurechnen, indem die Versandzentren zunehmend nach Polen und Tschechien verlagert werden. „Die Logistikkosten werden dabei auf die Verlage und Zwischenbuchhändler abgewälzt. Amazon bürdet seinen Geschäftspartnern höhere Logistikkosten auf, profitiert aber selber von den deutlich niedrigeren Lohnkosten und Steuerermäßigungen in den osteuropäischen Ländern“, ärgert sich Skipis.

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