Akustische Archivschätze

Literatur-Klassiker sind für Hörbuch-Verlage ein verlässlicher Umsatzbringer in der Backlist. Zu Verfilmungen, Jahrestagen und Jubiläen erreichen die bekannten Werke immer wieder eine breite mediale Aufmerksamkeit. Eine umfangreiche Klassiker-Edition baut zurzeit „Der Audio Verlag“ (DAV) auf: Die im Frühjahr gestartete Reihe „Große Werke. Große Stimmen“ mit 29 Titeln wird im Herbst mit weiteren 26 Hörbüchern fortgesetzt. Die Details zum Projekt:

  • Die Edition enthält eine Auswahl mit berühmten deutschen und internationalen Werken, die im MP3-Format zum Preis von jeweils 10 Euro pro Titel erhältlich sind.
  • Bereits im Handel sind die ersten 29 Titel der Frühjahrs-Edition, die zur Leipziger Buchmesse veröffentlicht wurde.
  • Am 22. September erscheinen erneut auf einen Schlag 26 weitere Titel der Herbst-Edition, ebenfalls zum Preis von je 10 Euro pro MP3-CD, unabhängig von der Laufzeit.
  • Die Edition besteht größtenteils aus Lesungen, die bislang in den Rundfunkarchiven schlummerten und jetzt mit wenigen Ausnahmen erstmals auf CD erscheinen. Beispiel aus der Frühjahrs-Edition: Christa Wolfs „Kein Ort. Nirgends“ erscheint erstmals als ungekürzte Lesung, bisher gab es ihn nur als Hörspiel (vergriffen bei DAV).
  • Die Stoffe werden vorgetragen und interpretiert von renommierten Sprechern aus Funk und Fernsehen, darunter Gert Westphal, Christian Brückner und Dieter Mann.
  • Teilweise wurde ein Text von mehreren Sprechern eingelesen. Beispiel der Frühjahrs-Auflage: Jurek Beckers Roman „Amanda Herzlos“, der in einer Produktion mit drei renommierten Sprechern (Ulrich Noethen, Dieter Mann, Thomas Sarbacher) vorliegt.
  • Unter den Titeln der Editionen sind zahlreiche Schullektüren, von Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ und Franz Kafkas „Die Verwandlung“ (beide Frühjahr) bis Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“ (Herbst).
  • Ein Großteil der Lesungen ist ungekürzt, etwa Joseph Roths „Radetzkymarsch“ und „Die toten Seelen“ von Nikolai Gogol (beide Herbst).

Die DAV-Edition zeigt, dass angesichts der Konzentration auf Spitzentitel im Hörbuchsegment und dem verbundenen Preisdruck auf dem Lizenzmarkt nach Alternativen gesucht wird. Klassiker und Backlist-Titel geraten zunehmend in den Fokus.

Insgesamt ist das Angebot an klassischen Stoffen im Hörbuchbereich in den letzten Jahren stark gewachsen und es sind eigene Reihen entstanden, wie etwa „Klassiker to go“ von Steinbach sprechende Bücher, für die der Verlag auf sein umfassendes Archivmaterial zurückgreift. Die Verlage berichten zudem von einem wachsenden Konkurrenzdruck in dem Marktsegment. Es werde zunehmend schwieriger, verborgene Schätze zu heben und noch nie veröffentlichte Texte aus den Archiven zu bergen, um sie als Hörfassung zu publizieren.

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