Kobo-Mutter steigt bei Ebook-Verleih ein

Wollen jetzt gemeinsam den US-Markt beackern: Kobo-Chef Takahito Aiki (li.) und Overdrive-Gründer Steve Potash (re.).

In  den USA ist einer der größten Branchen-Deals der vergangenen Jahre bekanntgegeben worden: Das japanische E-Commerce-Unternehmen Rakuten übernimmt nach dem kanadischen Ebook-Spezialisten Kobo (2012)  auch Overdrive. Kaufpreis: rund 410 Mio Dollar in Cash. Die Transaktion soll bis April erfolgen.

OverDrive ist auf die Belieferung von Bibliotheken mit digitalen Inhalten (Ebooks, Hörbücher, Musik, Videos) fokussiert, ähnlich wie hierzulande die EKZ (Divibib); neben Bibliotheken werden auch Schulen und andere Händler sowie Unternehmen beliefert. Nach Unternehmensangaben umfasst die eigene Plattform etwa 2,5 Mio Titel. In der Kundenkartei seien über 5000 Verlage sowie 30.000 Bibliotheken, Schulen und Händler. Laut Rakuten lag der operative Gewinn von Overdrive im vergangenen Jahr bei 25 Mio Dollar. Mit der Übernahme sei man in diesem Jahr kurz davor, im Ebook-Bereich schwarze Zahlen zu schreiben – was bedeutet, dass Kobo aktuell defizitär ist.

Auch nach der Übernahme soll Gründer und CEO Steve Potash weiterhin die Geschäfte führen, wird sich allerdings mit Takahito Aiki abstimmen müssen, Kobo-Chef und verantwortlich für das weltweite Ebook-Geschäft von Rakuten. Die Marke Overdrive soll beibehalten werden.

In einer Präsentation anlässlich der Übernahme skizziert Rakuten die eigenen Ziele: Man wolle die „globale Transformation des Ereadings anführen.“ Im Bibliotheksbereich erwartet Rakuten ein großes Wachstum, weil aktuell weniger als der Hälfte der Nutzer bewusst sei, dass ihre Bibliothek digitale Inhalte anbiete. Hinzu komme, dass die Bibliotheken erst einen geringen Teil ihres Budgets (weniger als 10%) für digitale Inhalte ausgeben würden.

Die Zahl der Digital-Ausleihen von Overdrive nimmt seit Jahren zu, zumindest mit einem gröberen Zeitraster.

Für Rakuten/Kobo bedeutet die Übernahme einerseits, dass die eigene Marktpräsenz in den USA – wo Kobo bislang gegenüber Amazon, Apple und Barnes & Noble eine untergeordnete Rolle spielt – verbessert wird. Andererseits hat die japanisch-kanadische Allianz jetzt auf Basis der Overdrive-Technologie die Möglichkeit, neben einem bibliothekarischen auch einen kommerziellen Ebook-Verleih aufzubauen. 

Im Interview mit buchreport.de hatte Kobo-Chef Aiki schon vor einem Jahr entsprechende Absichten angedeutet: „Wir haben den Markt analysiert und denken tatsächlich darüber nach, wie und wann wir so ein Produkt launchen können. Denn wir haben einen attraktiven Titel-Katalog, hervorragende Geräte, das Wissen und die Verbindungen zu den Verlagen. Aber wir wollen nicht einfach nur bereits bestehende Angebote kopieren.“

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