Schlechte Noten für die Politik

Welche Noten gibt es auf dem Bildungsmarkt? Im Vorfeld der Didacta (24. bis 28. Februar in Hannover) präsentiert der Verband Bildungsmedien die Kennzahlen für 2014. Der Umsatz der Branche blieb stabil bei 419 Mio Euro. Digitale Produkte erweitern das Portfolio, tragen aber bislang kaum zum Umsatz bei.

Rund 8.000 Titel für die allgemeinbildende Schule, die berufliche Bildung und Erwachsenenbildung haben die Bildungsmedienanbieter 2014 auf den Markt gebracht. Beim Blick auf den Bildungsstandort Deutschland bekommt die Politik nicht die besten Noten. „Wir erleben, dass Bildungsreformen immer schlechter auf die Arbeitsabläufe in den Schulen abgestimmt werden. In Niedersachsen wird es zum Beispiel ab Herbst neue Lehrpläne für das Gymnasium geben. Das Land legt diese aber erst zum Schuljahresbeginn vor. Es gibt also weder ausreichende Fortbildungen für die Lehrkräfte noch werden wir die passenden Unterrichtsmaterialien anbieten können“, klagt der Verbandsvorsitzende Wilmar Diepgrond.

Der Umsatzanteil an digitalen Medien ist trotz einer immer größeren Produktpalette gering. Diepgrond: „Wir sehen einen Widerspruch zwischen der Vielzahl digitaler Lernmedien, die die Verlage heute im Angebot haben, und der langsamen Entwicklung der digitalen Infrastruktur an den Schulen und Institutionen der Erwachsenenbildung.“ Die Branche investiere weiter in „ein rechtlich sicheres, herstellerunabhängiges und verlagsübergreifendes Angebot“: Auf der Didacta wird auch  BILDUNGSLOGIN vorgestellt. In einem zentralen Medienregal soll damit der Zugang zu verschiedenen digitalen Produkten deutscher Bildungsmedienverlage verwaltet werden: zu digitalen Schulbüchern, Online-Anwendungen oder angereichertem Unterrichtsmaterial.

Die Kennzahlen des Marktes:

  • Der Umsatz mit analogen und digitalen Produkten für Allgemeinbildende Schulen ist mit 301 Mio Euro im Jahr 2014 stabil geblieben.
  • Der Branchenumsatz für die berufliche Bildung ist um 4 % im Vergleich zum Vorjahr auf ca. 47 Mio Euro zurückgegangen. Grund dafür ist laut Verband die zunehmende Akademisierung der Berufsausbildung in Form von Bachelor-Studiengängen und dadurch ein erneuter Rückgang bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im dualen System.
  • Eine positive Entwicklung von 3 % verzeichnete die Erwachsenenbildung mit einem Jahresumsatz von 71 Mio Euro. Zuwanderer sorgen hier für Wachstum: Durch die stärkere Arbeitsmigration der letzten Jahre ist die Nachfrage nach Integrationskursen und nach Angeboten im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ deutlich gestiegen mit einem Umsatzzuwachs von 24 %. Dem steht jedoch ein Rückgang bei den Materialien für das Selbstlernen (-6 %) und den Wörterbüchern (-8%) gegenüber.

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