Deutschland bleibt Amazons Liebling

So hat sich Amazon in den vergangenen Jahren entwickelt, orange der Deutschland-Umsatz, grau weltweit.

Keine Beule trotz Bashing: Deutschland bleibt für Amazon weiterhin der wichtigste Markt im Ausland. In einem Bericht an die US-Börsenaufsichtsbehörde für die Kontrolle des Wertpapierhandels deklariert der Online-Riese für das abgelaufene Geschäftsjahr 2014 einen Deutschland-Umsatz von 11,9 Mrd Dollar (rund 10,4 Mrd Euro). Das ist ein Zuwachs von rund 13%. Angaben über den Anteil des Buchgeschäfts bleiben (wie gewohnt) in der Schublade.

Aber: Die Zeiten, dass Amazon wegen seines vor 20 Jahren eingerichteten Startsortiments als Buchhändler bezeichnet wurde, sind schon länger vorbei. Das große A steht mittlerweile für Alles. Das zeigt ein Blick auf die Amazon-Gesamtzahlen.

Selbst das viel umfassendere Geschäft mit Medien (das sind neben Büchern auch Musik, Filme, Video-Games, Software und andere Downloads) verliert im weiterhin dynamisch wachsenden Amazon-Universum immer mehr an Bedeutung.

Darauf weist der buchreport.express (Ausgabe 6 vom 5. Februar) im Rahmen einer Analyse der jüngsten Amazon-Geschäftszahlen hin. Amazons Wachstum stammt aus dem Verkauf anderer Handelsprodukte mit Schwerpunkt Elektronik und aus sonstigen Dienstleistungen. Das einstige Initialgeschäft mit Medien macht deshalb jetzt nur noch ein Viertel des Umsatzmixes von Amazon aus; vor zehn Jahren (also 10 Jahre nach der Amazon-Gründung) waren es noch drei Viertel. Der reine Buchanteil am Umsatz liegt geschätzt nur noch bei 10 bis 15%.

Die buchreport-Grafik zeigt den sehr stetigen Rückgang des Medien-Geschäftsanteils.

Wird der Medienanteil am  Amazon-Umsatz auch relativ unbedeutender, bleibt der Online-Shop andererseits aber doch der größte Buchhändler und damit unverändert Hauptwettbewerber des stationären Handels und seiner als Multichannel-Lösungen angedockten Web-Shops.

Mit der Dynamik ist es allerdings nicht mehr weit her. So wenig sich Amazon in die Karten gucken lässt, so mehren sich die Indizien, dass der Medienanteil nicht nur schrumpft, weil andere Geschäftsfelder des Online-Riesen so sehr expandieren, sondern auch weil das Volumen seines Buch- und Medienhandels an die Decke stößt.

Mehr im buchreport.express 6/2015, hier zu bestellen.

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