Zwischen Top und Flop

Der Trend setzt sich fort: Der „Author Earnings Report“ des US-amerikanischen Autors Hugh Howey weist erneut ein Wachstum des Selfpublishing-Marktes aus. Zum fünften Mal untersucht Howey mit der neuen Ausgabe seiner Studie die Ebook-Bestsellerdaten von Amazon.

Die 120.000 meistverkauften Titel, die im „Author Earnings Report“ beleuchtet werden, stehen laut Howey für die Hälfte des Ebook-Geschäfts von Amazon. Nach aktuellen Schätzungen verfügt Amazon im US-EBook-Geschäft über einen Marktanteil von 67%. Damit bildet die Studie laut Howey ein Drittel aller Ebook-Verkäufe in den USA ab.

Die aktuellen Befunde:

  • Anzahl der im Ranking vertretenen Titel: Wie bei der letzten Erhebung im Oktober liegt der Anteil der unter den Amazon-Bestsellern vertretenen EBook-Titel von den kleineren bis mittleren Verlagen bei gut 50%. Der Anteil der Selfpublisher und der großen Verlage liegt bei jeweils knapp 20%. Obwohl die Bestseller der „Big 5“-Verlage im Schnitt preiswerter sind als 2014, haben diese nicht mehr Titel platzieren können als zuvor.

  • Absatz: Jedes dritte in den USA über Amazon verkaufte EBook ist ein Selfpublishing-Titel. Der Anteil ist stetig gestiegen: Im Februar 2014 waren es noch 27%, im April 30% und im Juli 31%.

  • Umsatz: Zwar nehmen die Großverlage noch immer jeden zweiten Dollar ein, der in Amazons Ebook-Geschäft umgesetzt wird, aber auch hier verschieben sich die Anteile: Selfpublisher erwirtschaften nun ein Fünftel des Umsatzes.

  • Autoreneinkünfte: Mitte 2014 hatte sich die Relation zwischen den Autorengruppen umgekehrt: Insgesamt bekommen Selfpublisher seither einen größeren Anteil der Ebook-Erlöse ausgezahlt als die Autoren der großen Verlagshäuser. Nun geht die Schere weiter auseinander. Im aktuellen Report beträgt das Verhältnis 40% zu 35% – zugunsten der Selbstverleger.

Viele Autoren verdienen kaum Geld

Neben Howey und seinem Team hat sich aktuell auch die Branchenplattform Digital Book World dem Thema Autorenvergütung gewidmet. Bei einer Online-Umfrage unter 1.900 größtenteils belletristischen Autoren (davon 56% Self-Publishern, 13% klassischen Verlagsautoren und 31% Hybrid-Autoren) ergab sich einem Artikel im „Guardian“ zufolge ein ernüchterndes Bild:

  • Fast ein Drittel der Autoren verdient mit der Schriftstellerei weniger als 500 Dollar im Jahr.
  • Traditionell veröffentlichende Autoren nehmen jährlich zwischen 3.000 und 5.000 Dollar ein, die befragten Indie-Autoren hingegen nur 500 bis 1.000 Dollar. Schriftsteller, die auf beide Publikationswege setzen, erzielen ein jährliches Einkommen von 7.500 bis 10.000 Dollar.
  • Über alle Kategorien hinweg verdiente die Hälfte der Autoren im vergangenen Jahr unter 3.000 Dollar mit ihren Büchern. Am anderen Ende der Skala geben 10% an, über 100.000 Dollar verdient zu haben.
  • Die Hälfte der Befragten ist mit ihren Einkünften unzufrieden.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Selfpublisher keinen großen  Bekanntheitsgrad  erreicht und auch keine nennenswerten Einkünfte erzielt. Auch wenn die große Masse an absatzstarken Selfpublishing-Titeln bei Amazon insgesamt einen gewichtigen Umsatzanteil ausmacht.

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