Deal mit dem Dominator

Mit Macmillan hat sich (nach Hachette und Simon & Schuster) der dritte der fünf größten US-Pubkikumsverlage mit Amazon bei den Konditionen im Verauf von gedruckten und digitalen Büchern geeinigt. CEO John Sargent erklärte in einem Brief an Autoren, dass man entsprechende Verträge mit einer Laufzeit von mehreren Jahren unterschrieben habe, die am 5. Januar 2015 wirksam werden. Wieder enthalten: ein Agency-Passus. Und doch bleiben ein Pricing- und ein Dominanz-Problem.
Laut Sargent hat Macmillan mit allen anderen Shops ebenfalls Agency-Verträge, mit denen sich der Verlag quasi eine Preisbindung für Ebooks sichert – außer mit Apple: Qua gerichtlicher Anordnung im Agency-Verfahren (was derzeit noch von Apple sowie von Macmillan und Simon & Schuster angefochten wird) hat Apple drei Jahre lang das Recht, die Preise beim Ebook-Verkauf nach eigenem Gusto zu reduzieren.

Hintergrund: Die New Yorker Richterin Denise Cote hatte in ihrem Agency-Urteil eine gestaffelte Preigestaltungsfreiheit festgelegt: Neue Verträge mit Apple, mit denen die Verlage die Preise für ihre Ebooks wieder selbst bestimmen dürfen, können erst nach Ablauf einer Frist verhandelt werden, die sich danach richtet, wie schnell sich die Verlage seinerzeit auf einen Vergleich eingelassen hatten. Bei Macmillan laufe diese Frist erst am 5. Oktober 2017 aus, so Sargent, bis dahin werde es einen „verworrenen und ineffizienten Markt“ geben.

Sargent warnt die Autoren, dass der Verlag gezwungen sein könnte, gelegentlich die Listenpreise für die Ebooks zu verändern (damit die anderen Shops neben Apple die Preise angleichen können). „Wir werden versuchen, ein ausgeglichenes Pricing zu erzielen, so gut wir es können.“
Während Hachette und Simon & Schuster in ihren Pressemitteilungen zu ihren Deals mit Amazon den Onliner in höchsten Tönen lobten, schlägt Sargent einen kritischen Ton an. Die Amazon-Verträge änderten nicht „eines der größten Probleme auf dem digitalen Marktplatz“: Amazon halte einen Anteil von 64% am Ebook-Geschäft von Macmillan. Gleichwohl räumt Sargent ein dass dies Amazon wegen „großartiger Innovationen und eines erstaunlichen Ausmaßes an Risiko und harter Arbeit“ gelungen sei.

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