Übliche Praxis trotz Gewissensbissen

Drei Viertel der Deutschen testen Ware im Geschäft und bestellen sie dann später online. Das hat eine zwischen dem 28. November und 1. Dezember durchgeführte Online-Umfrage des Technologieunternehmens IntelliAd Media mit über 1000 Teilnehmern ergeben. Ein Viertel der jüngeren Erwachsenen zwischen 18 und 34 Jahren kauft demnach sogar unmittelbar nach dem Ladenbesuch mobil via Smartphone.

„Verbraucher nutzen die Geschäfte zunehmend als Showroom, um Produkte anzuschauen, auszuprobieren und auf ihre Qualität zu testen. Im Anschluss daran suchen sie online nach dem niedrigsten Preis. Der Handel muss darauf jetzt reagieren – dann bieten sich sogar Chancen zur Abverkaufssteigerung und Kundenbindung“, deutet Mischa Rürup, COO von IntelliAd Media, die Umfrageergebnisse.

Die Auswertung der aktuellen Online-Umfrage:

  • 78% der Männer kaufen ein Produkt später online, über das sie sich im Geschäft vorher informiert haben (Frauen: 72%). Sie haben dabei seltener ein schlechtes Gewissen gegenüber dem stationären Handel als Frauen (31% zu 35%).
  • Das Interesse am Showrooming nimmt mit zunehmendem Alter ab: 88% der 18- bis 24-Jährigen haben es schon einmal praktiziert – in der Bevölkerungsgruppe 55+ hingegen nur 66%.
  • Studierende kaufen nach einem Ladenbesuch am häufigsten online (96%) und haben dabei am wenigsten Gewissensbisse (20%).
  • Auch Haushalte mit hohem Einkommen betreiben Showrooming. Je höher das verfügbare Nettoeinkommen, desto eher plagt die Kunden dabei aber ein schlechtes Gewissen.
  • Wähler von Bündnis 90/Die Grünen haben am meisten Gewissensbisse (58%), wenn sie ein Produkt online kaufen, das sie zuvor im Laden begutachtet haben. 68% von ihnen haben es trotzdem schon getan. Die wenigsten Schuldgefühle und die eifrigsten Online-Käufer finden sich unter FDP– und AfD-Wählern.

Im Vorfeld der Umfrage untersuchte IntelliAd Media im September und Oktober knapp 275.000 Mode-Käufe im Internet. Das Ergebnis: Am Samstag werden 22% mehr Online-Einkäufe via Smartphone getätigt als an anderen Wochentagen. Daraus folgert IntelliAd, dass die meisten dieser Kunden direkt in den Innenstädten ihre mobilen Endgeräte als Kaufinstrumente zum Einsatz bringen.

*in der Altersgruppe 18–34 / Grafiken: IntelliAd Media/YouGov

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