Qualitätskontrolle und Zuständigkeiten fehlen

Metadaten – großes Thema, aber schwierig: In vielen Verlagen fehlen Strategie und Personal dafür. Im Interview schildern Martin Richard (NEWBOOKS Services) und Tobias Streitferdt (Holtzbrinck) Status quo, Probleme und Chancen. Die Metadaten-Experten referieren am 3. Dezember im buchreport-Webinar zum Thema. Hier weitere Infos zum Webinar.
Martin Richard ist Marketingleiter und Teamleiter Jura und Wirtschaft bei NEWBOOKS Services, einem Metadatendienstleister aus Köln. Tobias Streitferdt ist Metadata & Discoverability Manager bei der Holtzbrinck Publishing Group (zuständig für die deutschen Buchverlage). 
Nicht nur in der Buchbranche spielen Metadaten hinsichtlich Discoverability eine große Rolle. Wie schlagen sich die Verlage im Branchenvergleich?
Martin Richard: Aus meiner Sicht gibt es da sehr große Unterschiede gerade auch innerhalb der Branche. Einige Verlage haben einen exzellenten Metadaten-Standard, andere – und das sind sicherlich noch viele – behandeln das Thema eher stiefmütterlich. Das beginnt damit, dass man keine klare Zuständigkeit für Metadaten kreiert – derzeit wird das Thema meist von Marketing, Vertrieb oder IT miterledigt. Insgesamt tut sich aber derzeit in der Branche viel. Man würde gerne von einem Umbruch sprechen, aber da sind wir derzeit wohl noch nicht ganz.
Tobias Streitferdt: Leider sind Metadaten in der Verlagsbranche nur ein Marketing-/Vertriebs-Thema und zu selten fest im Haus implementiert. Gerade in vielen Redaktion ist die Wichtigkeit von Medataden zwar bekannt, wird aber häufig – wenn überhaupt – von Assistenten und Praktikanten übernommen.
Wie weit ist die Branche beim Thema „thema“, also der internationalen Metadatenklassifikation?
Streitferdt: Mein Eindruck ist, dass die Chancen mit thema noch unterschätzt werden. Nicht nur für den Verkauf, sondern auch für interne Prozesse wie Sortimentsstrategie oder Produktentwicklung kann diese neue Systematik wichtige Impulse setzen und Synergien schaffen. Gerade mit Hinblick auf das neue VLB-Preismodell müssen viele Verlage hier noch dringend Geschwindigkeit aufnehmen.
Richard: Auch hier gilt: Einige Player sind schon sehr weit, haben bereits Ihre gesamte Backlist selbständig oder über uns nach thema erschließen lassen und melden thema an das VLB. Auch die Barsortimente spielen hier eine sehr aktive Rolle. KNV und Libri haben sich von Anfang an in der Arbeitsgruppe D-A-CH zu thema stark engagiert.
Wo sehen Sie die größten Probleme bzw. Herausforderungen in Verlagen, um das Metadaten-Management zu verbessern?
Richard: Das Hauptproblem liegt in der unklaren Zuständigkeit. Auch am Bewusstsein für die überragende Relevanz von Metadaten für den Vertrieb und das Marketing fehlt es oft noch – obwohl Metadaten ja schon seit einiger Zeit das Thema sind. Es ist einfach eine scheinbar abstrakte Materie und nicht alle sinnvollen Tools sind allgemein bekannt – aber deren exzellente Handhabe führt zu sehr handfesten positiven Ergebnissen.
Streitferdt: Neben dem Bewusstsein, welche Wirkungen gute wie schlechte Metadaten für den Umsatz haben können, fehlt in vielen Verlagen auch die nötige Qualitätskontrolle, die nicht nur nach quantitativen, sondern vor allem nach qualitativen Maßstäben erfolgen sollte. Oft sind auch Zuständigkeiten zwischen Redaktion, Marketing und Vertrieb nicht ausreichend geklärt. 

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