Verlag sichert die Preise ab

An dem Thema haben sich in diesem Jahr ganze Grundsatzdebatten entzündet, in denen der weltgrößte Onlinehändler Amazon oft scharf kritisiert wurde: der Clinch um Konditionen. Unmittelbar vor dem alles entscheidenden Weihnachtsgeschäft gibt es nicht nur hierzulande, sondern auch in den USA Signale der Entspannung: Nach Simon & Schuster hat sich auch Hachette mit Amazon geeinigt. 
Amazon und die Verlagsgruppe, mit deren Konditionen-Streit die ganze Debatte im Frühjahr 2014 ihren Ursprung hatte, erzielten nach eigenen Angaben eine langfristige Vereinbarung zum Verkauf von Ebooks und gedruckten Büchern, die Anfang 2015 wirksam werde. Doch bereits ab sofort unterhalte man wieder normale Geschäftsbeziehungen, und Hachette werde prominent in Amazon-Promotions präsentiert. 
Details enthält die Pressemitteilung kaum, wohl jedoch den entscheidenden Hinweis, dass Hachette die Preise festlegen dürfe – offenbar enthält der Vertag also eine Art Agency-Klausel. Zusätzlich profitiere Hachette von besseren Konditionen (also höheren Verlagsanteilen) im Falle niedrigerer Verkaufspreise – den Kunden niedrigere Preise anzubieten, das ist eines der zentralen Anliegen von Amazon.
Die „New York Times“ zitiert aus einem Brief von Hachette-CEO Michael Pietsch an Autoren und Agenten, nach dem die Ausschüttungen an Autoren bei diesem Deal nicht sinken werden. Laut „NYT“ hat sich Hachette relativ kurzfristig mit Amazon geeinigt – möglicherweise, weil die Spuren des Kampfes deutlich in den Bilanzen abzulesen sind. Im 3. Quartal sanken die Erlöse der Hachette Book Group in den USA um 18,5%, vermeldete gerade Hachette-Mutter Lagardère.
Aus Sicht der „New York Times“ trägt Hachette zwar wegen der Agency-Preisbindung den Sieg davon, doch de facto sei keiner in Feier-Stimmung, weil der Kampf zu tiefe Wunden hinterlassen habe. James Patterson, im Konditionen-Clinch eine starke Stimme gegen Amazon, erklärte: „Bücher und Verlage müssen in diesem Land erhalten bleiben, wenn nicht geschützt werden.“ Der Deal trage dazu bei.
Auch Thriller-Autor Douglas Preston, der die Anti-Amazon-Autorengruppe Authors United versammelte, zeigte sich erleichtert, merkte aber an: „Wenn jemand denkt, das sei jetzt vorbei, dann täuscht er sich. Amazon begehrt Marktanteile, so wie Napoleon Landgewinne begehrt hat.“

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