Tolino zieht am Kindle vorbei

Die Erfinder der Tolino-Allianz haben derzeit gute Gründe, sich mit breiter Brust zu präsentieren. Nach Zahlen der GfK hat Tolino im 3. Quartal 2014 erstmals Amazon überholt. Und die Perspektiven sind noch besser – mit Libri an Bord dürfte der Marktanteil weiter zunehmen.

Auf der FutureBook-Konferenz des „Bookseller“ hat Klaus Renkl, der Unternehmensentwickler, der maßgeblich bei der Telekom den Tolino vorangetrieben hat, neue Marktanteile präsentiert: Demnach konnte die Tolino-Allianz Erzrivalen Amazon im 3. Quartal 2014 erstmals überholen, der Tolino-Anteil am Ebook-Markt wuchs binnen drei Monate um 7 Prozentpunkte auf 45%. Zum Vergleich: Amazon liegt laut GfK nur noch bei 39%, 9 Prozentpunkte unter dem Anteil aus dem 2. Quartal 2013.
Entsprechend selbstbewusst präsentierte sich Renkl in London, wo er Tolino „paneuropäische Allianz“ bezeichnete. Nachdem im Juli der belgische Filialist Standaard Boekhandel als erster internationaler Partner seine ca. 145 Filialen mit den E-Readern bestückt hat, geht aktuell die knapp 100 Mitglieder zählende niederländische Buchhandelskooperative Libris Blz als Partner an den Start. Und in Italien dockt Tolino beim Filialisten Messaggerie Italiane an (hier mehr).
Währenddessen läuft auch hierzulande die Verbreiterung der Tolino-Präsenz nach Plan. Das von Libri ausgegebene Ziel, bis zum Jahresende 200 Sortimente mit den Geräten zu versorgen, rückt in greifbare Nähe: Knapp 160 Kunden haben sich bislang für die Lösung entschieden. Der beauftragte Spediteur könne wöchentlich zehn bis 20 Standorte bestücken und somit die Nachfrage derzeit recht passgenau bedienen, erklärt Libri.

Kommentare

12 Kommentare zu "Tolino zieht am Kindle vorbei"

  1. Kann man nur begrüßen und entspricht fast auch meinen Zahlen. Zumindest was das Verhältnis Tolino-Amazon betrifft, herrscht fast Gleichstand. Ich muss zugeben, dass ich das nach dem amateuerhaften Start mit dem ersten Tolino-Gerät nicht erwartet hätte. Vieles dürfte wohl auch der geschürten Abneigung vieler gegen Amazon geschuldet sein. Sei es wie es sei, ich begrüße einen starken und vor allem deutschen Konkurrenten sehr, der seine 19% Mehrwertsteuer auch immer schön in Deutschland zum Fiskus trug.

  2. Tolino läuft ? Prima! Gibts dann irgend wann auch anständige Rabatte für die Buchhändler oder dürfen wir bloß helfen die Konkurrenz in Zaum zu halten, um uns mit den ebooks unser eigenes Grab zu schaufeln ?

  3. So habe ich es jetzt verstanden: http://allesebook.de/marktanal

  4. Wenn ich mich umblicke in der Bahn, seh ich neuerdings wirklich viele E-Leser. Ich bin da ziemlich neugierig. Und verrenke mir entsprechend den Hals. Ich seh aber eigentlich nur die billigen der Kindlereader. Das mag an meinem Umfeld liegen, weiß ich nicht.

    • Geht mir genau so. Ich achte in der Öffentlichkeit darauf, seit ich selbst einen ebook-Reader besitze, also seit über zwei Jahren. Die allermeisten Geräte sind Kindles, dann kommt Sony, den kleinen Rest teilen sich Pocketbook, Kobo und Tolino (den ich erst zweimal gesehen habe).

      Insofern ist es natürlich möglich, dass mehr epubs als mobis verkauft werden, gemessen am Umsatz (zumal Kindle-eBooks häufig ja günstig sind). Nur wird hier halt nichts gemessen, sondern die Leute sollen ihren Umsatz auf den verschiedenen Portalen schätzen. Ist mir zu ungenau und sicher auch beeinflusst von der Hetze gegen Amazon.

  5. Gut möglich, dass sich hier an irgendeiner Stelle sachlich etwas verdreht worden ist? Die Self-Publisher-Bibel weist darauf hin, dass die Marktanteile sich eventuell nicht auf die E-Books, sondern auf die E-Book-Reader beziehen. Das könnte durchaus passen zu diesen GfK-Zahlen:

    http://www.ebooknet.de/2014/wi

    Die Tolino-Allianz hat ja auch eine offensive Kampagne für ihre Geräte hingelegt und steckt noch immer in der Markteinführung. Die Kindle-Geräte kommen offenbar allmählich in die Konsolidierungsphase. Bei der Verbreitung dürfte Amazon.de aber ganz weit vorn sein. Und auch, wenn sich die Zahlen auf die E-Book-Reader beziehen, sind sie so zu kurz gedeutet. Um wirklich Marktanteile zu analysieren, müsste man ja auch noch die vielen Kunden hinzuzählen, die die Kindle-Apps benutzen auf Fremdgeräten, vor allem unter iOS und Android.

  6. Ich freue mich, dass jetzt auch der stationäre Buchhandel bei Tolino mitmachen kann. Allerdings ist das eBook-Sortiment der Partnerbuchhändler deutlich kleiner als das von Libri/ebook.de selbst. Insbesondere fremdsprachige Literatur (z.b. von William Gibson) findet man nur bei den Libri selbst oder den anderen großen Tolino-Mitgliedern.

    Warum teilt Libri nicht sein gesamten Sortiment mit seinen Partnern?

  7. Ich freue mich ja für die Tolinos, aber woher bekommt die GfK eigentlich die amazon Zahlen?

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