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Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft der Verlagsvertreter

Bereits zum 44. Mal fand am 11. und 12. November das Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft der Verlagsvertreter in Baden-Württemberg in Achern statt. Mit 26 Vertreter-Kolleginnen und Kollegen aus Baden-Württemberg, aber auch aus Rheinland-Pfalz, Bayern und NRW, war das Treffen so gut besucht wie schon lange nicht mehr.
Gleich 4 Referenten waren dieses Mal zu Gast und folgende Themen standen auf der Tagesordnung:
Das Projekts der digitalen Vorschau der MVB im Börsenverein
Wie funktionieren Vertriebsgemeinschaften und welche Vorteile haben sie für unabhängige Verlage und Buchhandlungen in einem sich immer schneller wandelnden Markt?
Wie könnte der Beruf des Verlagsvertreters in naher Zukunft aussehen?
Als erste Referentin war Reinhilde Rösch, seit fast 2 Jahren die neue Geschäftsführerin des Börsenvereins – Landesverband Baden-Württemberg, zum ersten Mal Gast beim Treffen der Verlagsvertreter. Sie berichtet über die Umstrukturierungen im Landesverband, um für die Zukunft flexibler, unbürokratischer und kostengünstiger agieren zu können. Nachdem bereits 2013 der Verlagsvertreterausschuss als erster in eine offene Arbeitsgemeinschaft umgewandelt wurde, folgten 2014 auch die drei Ausschüsse der Sortimenter, Verleger und Zwischenbuchhändler. Sie wurden ebenfalls aufgelöst und in Arbeitsgemeinschaften umgewandelt, die in Zukunft nicht nur für Inhaber sondern auch für Angestellte und Mitarbeiter  der einzelnen Branchenunternehmen offen stehen und sich jederzeit zu aktuellen Themen zusammenfinden können.
Das Projekt der „Digitalen Vorschau“ stellte Tom Erben (Marketingberater der MVB) vor. Im Rahmen der „Matadatenbank VLB+“ wird im Auftrag des Börsenvereins ein zukunftsfähiges Titelinformationssystem für die gesamte Branche entwickelt. Sozusagen als Nebenzweig wird eine multifunktionale digitale Vorschau entwickelt, die vor allem im Alltag der Buchhändler viele Erleichterungen bringen wird, z.B. über tagesaktuelle Informationen über die Verlagsprogramme. Der Zugriff auf Novitäten wird nicht mehr nur „klassisch“ nach Verlagen erfolgen können, sondern zum Beispiel themenbezogen und verlagsübergreifend. Tom Erben war es wichtig, schon zu einem frühen Zeitpunkt auch Verlagsvertreter mit ins Boot zu holen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die künftigen Möglichkeiten der digitalen Vorschau keineswegs den Beruf des Verlagsvertreters überflüssig machen wird. Im Gegenteil werden die meisten Verlage und Buchhandlungen nach wie vor „Lotsen“ brauchen, die dem Buchhändler helfen, aus dieser riesigen Datenmenge das auf sie individuell zugeschnittene Sortiment herauszufinden.
Zum Thema Vertriebsgemeinschaften referierte Antje Buhl (Vertriebsleitung dtv Kinder- und Jugendbuchkooperation). Sie zeigte auf, dass das Thema Strukturwandel im Buchhandel seit 40 Jahren nichts Neues ist. In den 1980er Jahren begann die Entstehung großer Konzerne sowohl auf der Verlagsseite als auch im Buchhandel. Die 1990er standen ganz im Zeichen der Filialisierung der großen Buchhandelsketten und der Verdrängung klassischer inhabergeführter Sortimentsbuchhandlungen, in den 00er Jahren betrat zum ersten Mal für die ganze Branche spürbar ein großer international agierender Internethändler die Bühne. Aktuell sind es die Themen Digitalisierung und Flächenschrumpfung im Handel, die die Branche antreiben. In der Folge dieser Veränderungsprozesse gab es auf Verlagsseite immer Bestrebungen durch Kooperationen und Vertriebsgemeinschaften Synergien zu bündeln und Marktpositionen zu stärken. Nachdem sie verschieden Modelle anderer Verlage vorgestellt hatte,  gab Antje Buhl einen Überblick über die eigene Vertriebskooperation. Unter dem Dach und der Regie des dtv haben sich mehrere unterschiedliche Kinder- und Jugendbuchverlage seit fast 3 Jahren erfolgreich mit einem eigenen und neuen Vertriebs- und Außendienstteam im Buchhandel etabliert, welcher den Bündelungseffekt und die Kompetenzkonzentration einer solchen Kooperation sehr positiv angenommen hat. Alle beteiligten Verlage können so Ihre Unabhängigkeit und Individualität bewahren und gemeinsam als umsatzstarker und wichtiger Partner des Handels agieren.
Schließlich moderierte Rudolf Frankl (Geschäftsleitung dtv Vertrieb und Marketing) die abschließende Diskussionsrunde zum Thema „Wie könnte der Beruf des Verlagsvertreters in Zukunft aussehen?“. Sehr schnell wurde klar, dass es ein einheitliches „Berufsbild“ des Verlagsvertreters schon in der Gegenwart nicht existiert. Unterschiedliche Verlage oder Verlagsgruppen haben unterschiedliche Anforderungen an ihren Außendienst. Schon lange ist der Vertreter nicht nur Verkäufer, sondern zusätzlich auch ein immer wichtig werdender Berater der Sortimenter. Auf der anderen Seite nutzten viele Verlage immer intensiver das Wissen ihres Außendienstes und binden ihn noch enger in die Gesamtabläufe wie Programmplanung mit ein. Auch im aktuellen Wandel und in Zeiten zunehmender Digitalisierung wird es nach wie vor wichtig sein, dass Menschen direkt miteinander „von Angesicht zu Angesicht“ kommunizieren. Verlage und Buchhandel brauchen gerade heute mehr denn je den direkten Austausch. Für Publikumsverlage, so Frankl, wird die Arbeit der Verlagsvertreter auch in Zukunft unverzichtbar sein, ebenso ein starker unabhängiger Sortimentsbuchhandel. Die Arbeit von Verlagsvertretern wird sich aber noch mehr individualisieren und wesentlich vielfältiger und komplexer werden als sie bisher ist.
Zum Abschluss der Tagung wurden Monika und Christoph Wagner geehrt. Seit über 30 Jahren reisen sie u.a. für Langenscheidt und BI in Baden-Württemberg und verabschieden sich Ende 2014 in den Ruhestand. Darüber hinaus war Christoph Wagner über Jahrzehnte in der AG Verlagsvertreter und im Sozialausschuss des Börsenvereins tätig.
Die nächste Jahresversammlung der AG Verlagsvertreter findet am 10. und 11.11.2015 statt. Weitere Informationen über die Arbeit der AG Verlagsvertreter können jederzeit vom Sprecher der AG, Mathias Gross (gross.mathias@dtv.de) oder vom Börsenverein – Landesverband Baden-Württemberg in Stuttgart angefragt werden.

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