Schneller Zuschlag

Die insolvente Niederlassung des Bibliotheksdienstleisters Swets in Frankfurt a.M. arbeitet künftig für den Marktführer Schweitzer Fachinformationen. Ziel sei die geordnete Überleitung des laufenden Geschäftsbetriebs und laufender Prozesse, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Den laufenden Geschäftsbetrieb führt Swets Deutschland bis zum 30. November 2014 weiter, danach wird er unter dem Dach von Schweitzer fortgeführt. Ähnlich wie bisher, als Swets Deutschland die Bibliotheksservices und Abonnements mit einem Kommissionsvertrag für die Swets-Muttergesellschaft in Leiden (Niederlande) angeboten hat, wird das Unternehmen jetzt für Schweitzer aktiv.

Schweitzer-Geschäftsführer Philipp Neie (Foto) betont, dass es „nun Klarheit für Bibliothekskunden und Verlage gibt. Mit Hochdruck planen wir jetzt den Integrationsprozess. Es ist gut, dass uns dafür auch weiterhin das etablierte Team des Swets Kundenservice in Frankfurt zur Verfügung steht.“ Durch die  Zusammenarbeit könnten viele Arbeitsplätze in Frankfurt erhalten bleiben, betonen Neie und Michael Leuschner, Commercial Director EMEA des Swets Informations Services in Frankfurt. Voraussetzung ist, dass es gelingt, die gewachsenen Kundenbeziehungen zu festigen und bei Schweitzer anzubinden.

Nach der Insolvenz des internationalen Bibliotheksdienstleisters Swets (Leiden/Niederlande) war mittlerweile auch die deutsche Tochtergesellschaft Swets Information Services GmbH (Frankfurt/M.) zahlungsunfähig. Der Zeitpunkt der Insolvenz ist extrem kritisch, weil im Herbst viele Zeitschriftenabonnements erneuert werden und die zahlreichen Swets-Bibliothekskunden nach der Insolvenz-Nachricht auf dem Sprung zu einem anderen Dienstleister oder zum Direktbezug beim Verlag sind.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Joachim Kühne von der Großkanzlei CMS Hasche Sigle hatte deshalb rasch reagiert und zur Wochenmitte mit deutschen Fachinformationsdienstleistern um die Fortführung des Geschäfts verhandelt. Den Zuschlag in Form eines Kooperationsvertrages hat Marktführer Schweitzer Fachinformationen erhalten, der neben dem angestammten RWS-Geschäft auch verstärkt in Bibliotheksdienstleistungen investiert.

Vor der Insolvenz der deutschen Swets-Niederlassung hatte zunächst der Kölner Dienstleister VUB exklusiv mit dem Insolvenzverwalter der niederländischen Zentrale über die Übernahme des deutschen Geschäfts verhandelt. Anschließend hatte VUB-Geschäftsführer Christian Preuss-Neudorf ebenfalls beim vorläufigen Insolvenzverwalter der deutschen Niederlassung vorgesprochen. Am Mittwoch-Mittag (15.10.) hatte VUB das Ende der Gespräche gemeldet mit dem Hinweis, es sei „keine ausreichende Substanz für die unveränderte Fortführung des deutschen Swets-Geschäfts vorhanden“.

Verlage und Swets-Wettbewerber hatten sich bereits unmittelbar nach der Insolvenz der niederländischen Swets-Muttergesellschaft massiv um die freiwerdenden Bibliotheksetats bemüht.

Kommentare

2 Kommentare zu "Schneller Zuschlag"

  1. Für mich als Bibliothekar in Österreich ist dies die schlechteste
    Variante, die sich da abzeichnet. Hände weg ( besser gesagt Abos weg )
    von Schweitzer !

    Zu gut ist mir noch die Schließung des Wiener Büros von Schweitzer im
    Jahre 2006 in Erinnerung. Damals wurden auch schöne Worte gefunden (
    Zusammenarbeit mit Minerva bei e-Resourcen, Synergieeffekte bei
    Onlineplattform und dgl.) Nichts dergleichen ist eingetroffen, es
    blieben nur “nette” Worte und in der Folge verbrannte Erde.

    Auch diesmal ist man ja “nur um das Wohlergehen der Bibliotheken
    bemüht”…um den klaglosen Fortbestand der Abos, um das Wohl der
    Mitarbeiter…ein Standardsatz, den man zur Genüge kennt.

    Es gibt Alternativen…und das alleine gibt Hoffnung!

    • Es ist zwar bedauerlich, was Hubert G. in seinem Kommentar bemängelt, aber ich möchte klarstellen, dass es sich vor 8 Jahren um eine redliche Veräußerung unserer Firma in Wien handelte, gerade vor dem Hintergrund, dass wir die Anforderungen im österreichischem Markt nicht gut erfüllen konnten und mit dem angesehene Unternehmen Minerva eine bessere Alternative für unsere Kunden gefunden hatten.

      Auch der Käufer der Minerva, EBSCO, hat einen vortrefflichen Ruf, sodass ich die oben geschilderte Kritik nicht nachvollziehen kann.

      Philipp Neie, GF Schweitzer Fachinformationen

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