Onleihe gewinnt an Einfluss

24% der Deutschen lesen zumindest ab und zu E-Books. Das hat eine Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbandes Bitkom ergeben. Zum Vergleich: 2013 lag der Anteil noch bei 21%. Unter den Lesern von Büchern liegt der Anteil der E-Book-Leser demnach bereits bei 33% (Vorjahr 29%).

E-„Books haben sich als feste Größe im digitalen Medienmix etabliert“, interpretiert Bitkom-Präsidiumsmitglied Christian Illek die Zahlen. „Immer mehr Leser schätzen die Vorteile digitaler Literatur.“ 

Die Ergebnisse im Detail:
  • Altersgruppen: Über die verschiedenen Altersgruppen hinweg sind E-Books gleichermaßen beliebt. 31% aller 14- bis 29-Jährigen und 30% der 30- bis 49-Jährigen lesen E-Books. Unter den 50- bis 64-Jährigen sind es 27%. Erst in der Altersgruppe ab 65 Jahren liegt die Nutzung mit 10% deutlich niedriger.
  • Nutzung: E-Books werden vor allem in der Freizeit gelesen. Alle E-Book-Nutzer gaben an, E-Books für private Zwecke zu lesen, 31% lesen E-Books für den Beruf. 9% geben an, dass sie E-Books für ihre Ausbildung nutzen. 

„Tablets werden sich als wichtigstes Lesegerät etablieren“
  • Geräte: Mit einem Anteil von 56% lesen die meisten Nutzer E-Books auf Laptops, 44% auf dem Smartphone. 32% lesen digitale Bücher auf stationären PCs. Auf den hinteren Plätzen folgen Tablets (30%) und E-Reader (27%), die in den Haushalten weniger verbreitet sind. Ein Fünftel liest parallel auf mehreren Geräten. Die Bitkom geht davon aus, dass sich Tablets aufgrund ihrer Vielseitigkeit als wichtigstes Lesegerät etablieren werden, E-Reader seien Nischengeräte.


  • Funktionen: Besonders beliebt bei den E-Book-Nutzern ist das digitale Lesezeichen, das von 69% genutzt wird. Auch die Schrift (68%) wird gerne verändert. Ein gutes Drittel verwendet die Stichwortsuche, ein Viertel macht sich Notizen und ein Fünftel markiert Textstellen. 17% nutzen die Übersetzungsfunktion.

Leihen und Mieten von E-Books ist en vogue

  • Bezugsquellen: In der Regel (63% der befragten E-Book-Leser) werden E-Books über Online-Buchshops (wie Amazon, ebook.de, Thalia.de oder buch.de) gekauft. Gut ein Viertel – und damit deutlich mehr als im Vorjahr (18%) – kauft E-Books über die auf dem Gerät vorinstallierten Shops – zum Beispiel über den Kindle-Shop von Amazon, über die Tolino-Shops oder den iBookStore von Apple.

  • Alternative Bezugsquellen: Gut die Hälfte der E-Book-Leser greift auf alternative Bezugsquellen zurück, vor allem das Leihen und Mieten setzt sich mehr und mehr durch. Inzwischen leiht ein Viertel der befragten E-Leser E-Books über öffentliche Bibliotheken aus. (Zum Vergleich: 2013 waren es erst 17%.) Das Mieten von E-Books über kommerzielle Anbieter wie Skoobe wächst auf 16%. Ein Viertel nutzt frei verfügbare E-Books, zum Beispiel aus dem „Project Gutenberg“ (Vorjahr: 15%). 6% zahlen pro Seite, wie es etwa über die Fachbuchplattform PaperC möglich ist.

  • Wünsche: Insgesamt wünschen sich die E-Book-Leser mehr Flexibilität bei der Nutzung. Es gibt immer noch unterschiedliche Standards und daher Probleme mit der Kompatibilität. Zwar sind auf Tablets und Smartphones verschiedene Formate lesbar, aber nicht auf allen E-Readern. Daher wünschen sich 54%, dass sie ihre Dateien unabhängig vom Anbieter auf allen Geräten lesen können. Die anderen sind dagegen mit ihrem jeweiligen Ökosystem zufrieden und haben auch sonst keinen Bedarf, auf unterschiedlichen Geräten zu lesen. 

Ein weiteres Ergebnis der Bitkom-Studie: Immerhin jeder Fünfte Nutzer liest mehr Bücher, seit er E-Books nutzt. „Wir würden uns freuen, wenn das auch die zahlreichen Kritiker der digitalen Medienwelt in ihre Überlegungen einbeziehen würden“, so Bitkom-Präsidiumsmitglied Illek.

Kommentare

1 Kommentar zu "Onleihe gewinnt an Einfluss"

  1. Schön, dass die „digitale Medienwelt“ so gut drauf ist. Aber wenn in solchen Statistiken das Thema Piraterie nicht einmal angesprochen wird, kann ich sie nur schwer ernst nehmen.

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