Kartellwächter sollen’s richten

Richard Mollet, Chef des britischen Verlegerverbands, moniert Amazons Marktmacht.

Während sich der Konditionenstreit hierzulande zu beruhigen scheint, weil Amazon den Verlagen offenbar etwas entgegenkommt, machen britische Verlage mit einem neuen Anlauf Front gegen den E-Commerce-Giganten. Dabei steht der Börsenverein Pate.

Wie die „Financial Times“ berichtet, haben Verleger die britische Wettbewerbsbehörde (Competition and Markets Authority) aufgefordert, die Marktmacht von Amazon zu untersuchen. Der britische Markt „leidet unter einem chronischen und lähmenden Ungleichgewicht für Autoren, Verleger und Buchhändler“, heißt es in der Begründung der Verleger. 
Angesichts der Tatsache, dass Amazon rund ein Drittel des Geschäfts mit Print-Büchern und 80% des E-Book-Geschäfts kontrolliere, gebe es „wenig Zweifel an der Dominanz“, zitiert das Blatt Richard Mollet, Chef des britischen Verlegerverbands (Publishers Association). 
James Daunt, Chef bei der Buchkette Waterstones (die im E-Book-Geschäft mit Amazon kooperiert), erklärte der „FT“, dass ein Wettbewerb auf dem britischen Buchmarkt „quasi unmöglich“ sei,  wegen Amazons „extrem negativer Gewinnmarge“ und des Steuervorteils, den Amazon durch seine Zentrale in Luxemburg genieße.
Bei einer Untersuchung der Wettbewerbsbehörde werde die Frage aufkommen, wie der Buchmarkt zu definieren sei. Die Publishers Association will den Digitalmarkt separat vom Printmarkt analysieren lassen – um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Amazons Stellung als dominant erachtet würde.

Der Börsenverein hatte im Juni 2014 Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht. „Amazon verstößt mit seinem erpresserischen Vorgehen gegenüber Verlagen gegen das Kartellrecht“, erläuterte Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis.

Das Kartellamt prüft noch, erklärte ein Sprecher gegenüber buchreport.de. Der Kartellrechtsexperte Philipp von Dietze hatte im Interview mit buchreport bereits gemutmaßt, dass es bis zu einer Entscheidung des Kartellamts längere Zeit dauern könnte, die Behörde sei überlastet.

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