Bemerkenswerte Bildsprache

Die Senator-Produktion „A Most Wanted Man“ (Foto: Mars Distribution) ist in diesem Jahr die beste Filmadaption eines literarischen Stoffes. So sieht es zumindest die Frankfurter Buchmesse, die den niederländischen Filmregisseur Anton Corbijn mit dem Preis der Frankfurter Buchmesse für die Beste Internationale Literaturverfilmung auszeichnet.

Corbijn, geboren 1955, machte sich als Fotograf, Gestalter von Plattencovern und Videoclip-Regisseur einen Namen. Er debütierte 2008 als Regisseur mit dem Biopic „Control“. Als Gewinner des Preises, der seit 2004 im Rahmen des Hessischen Film- und Kinopreises verliehen wird (diesmal am 10. Oktober), erhält Corbijn 10.000 Euro.

Die Verfilmung basiert auf dem im Original gleichnamigen Agententhriller von John le Carré. Die deutsche Ausgabe ist unter dem Titel „Marionetten“ bei Ullstein erschienen. Buch und Film erzählen die Geschichte des Geheimagenten Günther Bachmann (Philip Seymour Hoffman in einer seiner letzten Rollen), der nach den Attentaten vom 11. September 2001 das Umfeld der islamischen Gemeinde in Hamburg ausleuchtet. In weiteren Rollen spielen Rachel McAdams, Robin Wright, Willem Dafoe, Nina Hoss, Daniel Brühl und Kostja Ullmann. Die Musik zum Film hat Herbert Grönemeyer komponiert, mit dem Corbijn eine lange Freundschaft verbindet.

„In ‚A Most Wanted Man‘ erzählt Corbijn die Geschichte einer Verschwörung internationaler Antiterrorspezialisten. Er wagt damit eine dezidierte Interpretation des weltweiten ‚Geschäfts‘ der Terrorbekämpfung, das John le Carré so fulminant zeichnet. Anton Corbijn hat für den in seiner Narration anspruchsvollen und komplex strukturierten Roman eine bemerkenswerte Bildsprache gefunden. Licht und Schatten liegen in ‚A Most Wanted Man‘ nah beieinander: Luxus, Elend und die Brutalität Hamburgs, das intrigante, gefährliche Spiel der Agenten sind sorgfältig in Szene gesetzt. Die Schauspielertruppe verleiht der Erzählung eine geradezu gespenstische Authentizität, insbesondere Philip Seymour Hoffman brilliert in seiner Rolle. ‚A Most Wanted Man‘ ist ein fesselnder und nachdenklich stimmender Film, der lange nachklingt“, begründet Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, die Entscheidung.

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