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Entwürdigende Preisverleihung

SPIEGEL“-Redakteur Volker Hage, selbst in den Jahren 2005 und 2006 Juror des Deutschen Buchpreises, nimmt das 10-Jahres-Jubiläum der Auszeichnung und die aktuellen „Feuilleton-Scharmützel“ zur Shortlist zum Anlass, die Bedeutung und Funktion des Preises zu beleuchten.

Dass die Geschichte des Deutschen Buchpreises grundsätzlich eine Erfolgsstory ist, steht für Hage außer Frage: „Von allen deutschen Literaturauszeichnungen, die weit in die Hunderte gehen, ist der Buchpreis der populärste und kommerziell folgenreichste.“ Romane von zuvor kaum bestsellerverdächtigen Autoren wie Arno Geiger, Julia Franck, Uwe Tellkamp oder Eugen Ruge seien in Folge der Prämierung zu Hunderttausenden verkauft worden.

Dennoch hat Hage einiges zu kritisieren. Seine Verbesserungsvorschläge:

  • Der „angreifbare Name des Preises“ sei etwas unglücklich gewählt – der Anspruch, den „besten deutschsprachigen Roman des Jahres“ auszuzeichnen, führe zu Verwirrung und Verrenkungen der Jury.
  • Hage fragt: „Warum muss die Jury jährlich ausgewechselt werden?“ Er argumentiert, wichtige gewonnene Erfahrungswerte gingen so Jahr um Jahr wieder verloren.
  • Bei aller Wertschätzung einvernehmlicher Nominierungen sei es wünschenswert, dass Juroren auch einmal Titel ganz nach eigenem Gusto auf die Longlist setzen dürfen – damit „individuelle Vorlieben nicht ganz unter den Tisch fallen“.
  • Die Preisverleihung im Frankfurter Römer werde von den sechs vor dem Podium aufgereiht sitzenden Autoren „immer wieder als entwürdigend empfunden“.

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