Gigant ohne große Sprünge

Ist der neue Verlagsgigant Penguin Random House, mehr als ein Jahr nach dem Schulterschluss der Pearson– und Bertelsmann-Töchter (zum 1. Juli 2013), auf Kurs? Die Bertelsmann-Halbjahresbilanz enthält wenig Indizien zur Beantwortung dieser Frage. Ein riesiger Umsatzanstieg – ein großer Sondereffekt. Und unter dem Strich lief es zumindest mal besser.

Umsatz: Nach Angaben von Bertelsmann stieg der Umsatz der PRH-Gruppe (einschließlich der vollständig von Bertelsmann gehaltenen Verlagsgeschäfte von Random House in Deutschland) um 60% auf 1,5 Mrd Euro. Die Zahl sagt jedoch wenig aus, denn bei der Vorjahressumme (915 Mio Euro – zu dem Zeitpunkt gab es noch keine Fusion) fehlen die Erlöse von Penguin. Die lagen im 1. Halbjahr 2013 laut Pearson bei 513 Mio Pfund (rund 604 Mio Euro). Somit ist PRH nach dieser Rechnung beim Umsatz im 1. Halbjahr 2014 kaum vom Fleck gekommen, was angesichts der riesigen Integrationsaufgaben nicht verwunderlich wäre.
Gewinn: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 159 Mio Euro und stieg mit 21% also nicht so stark an wie der Umsatz. Erläuterung von Bertelsmann: Die Vergleichsperiode habe von einer außerordentlich starken Bestsellerperformance profitiert. Auch die Rendite der PRH-Verlage lag im Halbjahr mit 10,9% unter dem Vorjahreswert 14,3%.  
Bertelsmann selbst schreibt in seinem Finanzbericht, dass der Vergleich mit der Vorperiode nur eingeschränkt möglich sei, wegen der „Portfolioerweiterungen“ (Zusammenschluss von Penguin und Random House, Kauf des Finanzdienstleisters Gothia sowie vollständige Übernahme des Musikrechteunternehmens BMG).
Weitere Zahlen und Fakten zu Penguin Random House im 1. Halbjahr:
  • Die deutsche Verlagsgruppe Random House habe den Absatz von E-Books und Hörbüchern gesteigert und 231 Titel auf der SPIEGEL-Bestsellerliste platziert. Weitere Angaben zur Performance der Münchner fehlen. 
  • Ein starkes Bestsellergeschäft sei besonders im Kinder- und Jugendbuchbereich erzielt worden. Größter Topseller in den USA: John Greens „The Fault in Our Stars“ (5,7 Mio Exemplare im englischsprachigen Raum). Weitere Bestseller: Bücher, die auf dem Kinofilm „Frozen“ basieren, „Wonder“ von R. J. Palacio sowie „The Book Thief“ von Markus Zusak.
  • Bei Penguin Random House Grupo Editorial habe ein guter Geschäftsverlauf in Lateinamerika die anhaltend schlechte Buchkonjunktur in Spanien ausgeglichen.
  • Das E-Book-Angebot umfasst weltweit 80.000 Titel.
Kennzahlen des gesamten Bertelsmann-Konzerns:
  • Umsatz: +7% auf 7,8 Mrd Euro – dies sei der höchste Wert seit sieben Jahren.
  • Gewinn (EBITDA): 1,015 Mrd Euro (HJ1 2013: 1,011 Mrd Euro). 
  • EBITDA-Marge: 12,9% (Vorjahreszeitraum: 13,7%).
Konzernchef Thomas Rabe spricht mit Blick auf die Zahlen von einem „zufriedenstellenden“ Verlauf. In den kommenden Monaten werde man vor allem das Bildungsgeschäft ausbauen, das langfristig zur dritten Ertragssäule neben Medien und Dienstleistungen werden solle.

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